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Klaus Deterding, ein Germanist gegen die Rechtschreibreform

 
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Manfred Riebe



Registriert seit: 23.10.2002
Beiträge: 2840
Wohnort: 90571 Schwaig bei Nürnberg

Beitrag: Donnerstag, 25. Aug. 2005 13:32    Titel: Klaus Deterding, ein Germanist gegen die Rechtschreibreform Antworten mit Zitat

Dr. phil. Klaus Deterding, M.A., (* 27. Mai 1942 in Jena) ist Germanist, Literaturwissenschaftler, Gesamtschulrektor und Schriftsteller.

Beruflicher Werdegang

Klaus Deterding wuchs in Eisenberg/Thüringen, dann in Marbach bei Erfurt auf und 1948 nach dem Verlassen der Sowjetischen Besatzungszone in Helmstedt und seit 1954 in Berlin-Steglitz. Nach dem Abitur 1962 studierte er Jura an der FU Berlin und der Universität Tübingen. Ab 1965 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Berlin Deutsch und Politologie. Nach der 1. Staatsprüfung unterrichtete er an einer Realschule. Nach der 2. Staatsprüfung erhielt er 1971/72 nebenamtlich einen Lehrauftrag für Deutsch-Didaktik an der PH Berlin (Sekundarstufe I). 1972 wurde er Wissenschaftlicher Assistent für Grundschuldidaktik an der PH Berlin und legte 1975 an der FU Berlin seine Magisterprüfung in Erziehungswissenschaft, Germanistik und Philosophie ab mit dem Prädikat „Sehr gut“.

Ab 1976 begann der Schuldienst in einer Berliner Gesamtschule. 1980 wurde er zum Gesamtschulrektor (pädagogisch-didaktischer Koordinator) an der 2. Oberschule Berlin-Steglitz (Mittelstufenzentrum) gewählt. 1984 wurde er Gesamtschulrektor als Fachbereichsleiter für Gesellschaftskunde an der Kopernikus-Oberschule (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe) des Bezirks Steglitz. 1987 trat er aus Protest gegen die Nichtberücksichtigung konstruktiver Vorschläge des Fachbereichs zu neuen Inhalten von Gesellschaftskunde als Fachbereichsleiter zurück, schied aus dem Amt des Gesamtschulrektors aus und wurde als Lehrer an der Kopernikus-Oberschule eingesetzt. 1991 promovierte Deterding am Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation über E.T.A. Hoffmann mit „summa cum laude“.

2002 ließ er sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen. Als Schriftsteller beendete er ein Fragment E.T.A. Hoffmanns „Der Feind“. Anläßlich des Irrhainfestes des Pegnesischen Blumenordens am 7. Juli 2002 in Nürnberg, der einzigen noch bestehenden Sprach- und Literaturgesellschaft aus der Barockzeit, las er aus seiner Erzählung „Der Feind. Das fertige Fragment“.

Von 1996 bis 1998 setzte sich Deterding am Georg-Büchner-Gymnasium und an der Kopernikus-Oberschule in Berlin gegen die „Volksverdummung mit der Rechtschreibreform“ ein. Er führte seinen Kampf gegen die Rechtschreibreform in Berlin mit Schriften und öffentlichen Auftritten in Rundfunk und Fernsehen und als Mitbegründer und Vorsitzender der Berliner Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk!“ Er spielte in Berlin eine ähnliche Rolle wie Friedrich Denk in Bayern und auf Bundesebene. Er wurde so zu einem herausragenden Mitglied der Graswurzelbewegung gegen die sogenannte Rechtschreibreform. Seine Broschüre „Rechtschreibung zum Nulltarif - Fehler und Mängel der Neuregelung“ vom Februar 1997 ist eine der ersten Aufklärungsschriften von Lehrern über die Rechtschreibreform. Als Gründungsmitglied der Initiative „Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform“ gehörte er zu den Erstunterzeichnern der Petition der Lehrerinitiative vom 25. Februar 1997 an die Kultusministerkonferenz auf Rücknahme der Reform. Bei der Anhörung der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung am 23. Januar 1998 in Mannheim sowie bei der Anhörung beim Bundesverfassungsgericht am 12. Mai 1998 in Karlsruhe vertrat Professor Theodor Ickler die Initiative „Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform“. Im September 2005 verfaßte Deterding ein Manuskript: „Die Pis-tolenschüsse des Neuschriebs - Eine Nachbetrachtung, zehn Jahre später“.

Literatur

Biographisches
* Deterding, Klaus (*1942). In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 65. Jahrgang, 2006/2007
* Landesverbände deutscher Schriftsteller (VS) Berlin und Brandenburg in der ver.di - http://www.vs-in-berlin.de/mitglieder/deterdk.htm
* Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg: Deterding Klaus: Hoffmanns Poetischer Kosmos, E.T.A. Hoffmanns Dichtung und Weltbild Bd. 4, 212 Seiten, ISBN: 3-8260-2615-2 ( Rezension mit Kurzbiographie Deterdings) - http://193.19.160.102/intern/relaunch/index.htm

Publikationen

Wissenschaftliche Werke (Literaturwissenschaft)

* Deterding, Klaus: Die Poetik der inneren und äußeren Welt bei E. T. A. Hoffmann. Zur Konstitution des Poetischen in den Werken und Selbstzeugnissen. [Dissertation, FU Berlin] Frankfurt am Main u.a.: Lang, 1991. (= Berliner Beiträge zur neueren deutschen Literaturgeschichte; 15), ISBN 3-631-44062-6

* Deterding, Klaus (Hrsg.): Wahrnehmungen im poetischen All - Festschrift für Alfred Behrmann zum 65. Geburtstag. (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte ; Folge 3, Bd. 129) Heidelberg: Winter, 1993, 291 S., ISBN 3-8253-0117-6

* Deterding, Klaus: Magie des Poetischen Raums. E.T.A. Hoffmanns Dichtung und Weltbild, Heidelberg: Winter, 1999, 359 S., ISBN 3-8253-0541-4 (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Dritte Folge, Band 152)

* Deterding, Klaus: Der Reigen des Lebens. Organisch-ganzheitliches Denken in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts, Würzburg: Königshausen und Neumann, 1993, 176 S., ISBN 3-88479-812-X

* Deterding, Klaus: Eine Handvoll Erde. Organisch-ganzheitliches Denken in Wissenschaft, Dichtung und Philosophie seit 1770, 1. Auflage, Berlin: Weidler, 2000, 212 S., ISBN 3-89693-146-6

* Deterding, Frank: Die Seidenstrasse [auf der Karawanenstraße von Pakistan nach China]. [Einleitung und Vortexte Klaus Deterding], Bindlach: Gondrom, 2001, 203 S., ISBN 3-81121-449-7

* Deterding, Klaus: Das allerwunderbarste Märchen. E.T.A. Hoffmanns Dichtung und Weltbild, Band 3, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2003, 187 S., 3-8260-2389-7

* Deterding, Klaus: Hoffmanns Poetischer Kosmos. E.T.A. Hoffmanns Dichtung und Weltbild, Band 4, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2003, 212 S., ISBN 3-8260-2615-2

* Deterding, Klaus: Hoffmanns Erzählungen. Eine Einführung in das Werk E. T. A. Hoffmanns. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2007, 225 S., ISBN 978-3-8260-3630-9

Literarische Werke

* Deterding, Klaus: Der falsche Orpheus (Theaterstück mit Alfred Behrmann und Siegfried Kühl), Kassel: Bärenreiter, 1969, 72 S.

* Deterding, Klaus: E.T.A. Hoffmann: Der Feind. Das fertige Fragment (erster Verfasser: E.T.A. Hoffmann; Fortsetzung und Beendigung von dessen gleichnamiger, unvollendeter Erzählung). Berlin: Selbstverlag, 2000, 117 S., ISBN 3-00-006129-0

* Dirk Kruse, Bayerischer Rundfunk, Studio Franken (Rezension): E.T.A. Hoffmanns unvollendete Novelle „Der Feind“ fertiggeschrieben - http://www.br-online.de/franken/specials/buchtipps/berz7.html

* Deterding, Klaus: E.T.A. Hoffmann: Der Feind - Das fertige Fragment. 2., durchges. und verb. Auflage, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2002, 108 S., ISBN 3-8260-2247-5

Rechtschreibreform

* Deterding, Klaus: Rechtschreibung zum Nulltarif - Fehler und Mängel der Neuregelung, Satz und Gestaltung: Jürgen Brinkmann, 4. vermehrte und verbesserte sowie mit einem Vorwort versehene Auflage, Berlin, Charlottenstr. 23 A, K. Deterding, Februar 1997, 22 Seiten, IDN: 950758132 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de )

* Deterding, Klaus: Rechtschreibung zum Nulltarif - Fehler und Mängel der „einfachen“ neuen Regelung. - 5., verb. sowie mit einem Vorw. vers. Aufl.. - Berlin, Charlottenstr. 23 A : K. Deterding, 1997. - 22 S., IDN: 950758132 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de )

* Klaus Deterding für die Kollegen der Fachkonferenz Deutsch der Kopernikus-Oberschule an Senatorin Ingrid Stahmer: Protest gegen die Rechtschreibreform. 14. März 1997. In: Manfred Riebe, Norbert Schäbler, Tobias Loew (Hrsg.): Der „stille“ Protest. Widerstand gegen die Rechtschreibreform im Schatten der Öffentlichkeit; Briefe, Eingaben und sonstige Schriftstücke. Leibniz-Verlag Dräger, St. Goar 1997, ISBN 3-931155-10-2, S. 35

* Deterding, Klaus: Die Strukturmängel der Rechtschreibreform oder: Der Riß im Gebäude. Berlin, April 1997

* Deterding, Klaus: DEFORMATION literarischer Texte durch die sog. Rechtschreibreform. Berlin, 31. Juli 1997. In: Manfred Riebe, Norbert Schäbler, Tobias Loew (Hrsg.): Der „stille“ Protest. Widerstand gegen die Rechtschreibreform im Schatten der Öffentlichkeit; Briefe, Eingaben und sonstige Schriftstücke. Leibniz-Verlag Dräger, St. Goar 1997, ISBN 3-931155-10-2, S. 202 f.

* Deterding, Klaus: Die Pis-tolenschüsse des Neuschriebs. Eine Nachbetrachtung, zehn Jahre später. Manuskript, Berlin, 2005 - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4163#4163

Petitionen

* Petition der Initiative „Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform“ vom 25. Februar 1997 an die Kultusministerkonferenz - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3180#3180

* Petition der Berliner Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk!“ vom 25. April 1997 an das Abgeordnetenhaus Berlin. In: Manfred Riebe, Norbert Schäbler und Tobias Loew (Hrsg.): Der ‘stille’ Protest. Widerstand gegen die Rechtschreibreform im Schatten der Öffentlichkeit; Briefe, Eingaben und sonstige Schriftstücke. Leibniz-Verlag, St. Goar 1997, S. 90-93

Artikel / Leserbriefe / Aktivitäten (erst begonnen)

* Bo Adam: Deterdings neue Deutschstunden. Ein Berliner Lehrer kämpft gegen die Rechtschreibreform und muß seinen Schülern doch die neuen Regeln beibringen. In: Berliner Zeitung vom 30. Dezember 1996

* Deterding, Klaus: Schüler fordern Stopp der Rechtschreibreform. Brief an Stahmer: Zehntkläßler fühlen sich ausgegrenzt. In: Berliner Zeitung 24.02.1997

* Deterding, Klaus: Berlin-Rebellion gegen die neue Rechtschreibung. In: Berliner Kurier 06.04.1997, S. 4

* Deterding, Klaus: Auf Mickymaus-Perspektive zurechtgestutzt. In: Süddeutsche Zeitung vom 24.04.1997, S. 11 (Leserbrief zum Leserbrief von Dr. Stefan Krimm „Verstärkte Regelhaftigkeit kommt Rechtschreibgefühl entgegen“. In: SZ vom 12.04.1997, S. 12)

* Deterding, Klaus: Der neue Duden und die geistige Unabhängigkeit. NJW-Echo. In: NJW, Heft 30, 1997, S. XX - XXII. Leserbrief zu Kissel, NJW 1997, S. 1097

* Deterding, Klaus: Berliner Schulverwaltung bleibt gelassen. (enthält Interview von Sabine Deckwerth: mit Dr. Deterding). In: Berliner Zeitung 30.07.1997

* Deterding, Klaus: Die Rechtschreibreform ist für viele bereits „passee“ (Interview mit Dr. Deterding). In: Berliner Kurier am Sonntag 03.08.1997 („Eigentlich müßte er schon nach den neuen Regeln unterrichten, doch vor dem 1. August 1998 will er es nicht. Einen Verweis vom Schulamt hat er dafür schon bekommen, mündlich und ‚sehr deutlich’.“)

* Deterding, Klaus: Kafka würde sich „bedanken“ - Deformation deutscher Literatur durch die Rechtschreibreform. Etwa September 2002 (Aufsatz für den Pegnesischen Blumenorden, Nürnberg) - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4006#4006

Fernsehsendung

* Dr. Klaus Deterding, Leiter der Berliner Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk!“ mit Schulsenatorin Ingrid Stahmer, der zuständigen
Oberschulrätin, Berliner Beauftragte zur Umsetzung der Rechtschreibreform, Prof. Rolf Gröschner und dem Gast Prof. Peter Eisenberg. In: „Pro und contra RechtschreibDeform“ in der Fernseh-Talkshow B 1 - „Berliner Platz“ - des SFB am 03.05.1997 in Berlin. Moderator: Andreas Schneider. Ausgestrahlt am 13.05.97 von 20.15 Uhr bis 21.15 Uhr von Antenne Brandenburg (1. Eisenberg sagte: „Diese Reform ist sprachwissenschaftlich unhaltbar und gehört ‚auf den Müll’!“ 2. Der Moderator fragte Dr. Klaus Deterding, ob er auch als Lehrer zu seiner Meinung über die Rechtschreibreform stehe. Deterding antwortete: „Ja!“. Daraufhin zischte die Oberschulrätin ihm zu: „Das werden Sie bereuen!“. Quelle: Dr. Deterding)

Netzverweise

Sprache und Literatur

* „Wahrung“ und „Förderung“ der Sprache (GfdS, IDS, VDS usw.) - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2520#2520
* Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 14. Juli 1998, Az.: 1 BvR 1640/97 -
http://www.bverfg.de/entscheidungen/frames/1998/7/14 (Darin wird auch die Rolle der Lehrerinitiative erwähnt)
* E.T.A. Hoffmann - http://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann
* Deutschdidaktik
* Erziehungswissenschaft - http://de.wikipedia.org/wiki/Erziehungswissenschaft
* Germanistik - http://de.wikipedia.org/wiki/Germanistik
* Grundschuldidaktik - http://de.wikipedia.org/wiki/Didaktik
* Lehrer - http://de.wikipedia.org/wiki/Lehrer
* Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 - http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996
http://en.wikipedia.org/wiki/German_spelling_reform_of_1996
* Sprachdidaktik - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2833#2833
* Sprachkritik - http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachkritik
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2833#2833
* Sprachpflege - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3076#3076
http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachpflege

Sprachpflegevereinigungen als Graswurzelbewegung
http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzelbewegung

* Berliner Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk!“ - http://www.rechtschreibvolk.de - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3140#3140

* Initiative „Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform“ - http://www.raytec.de/rechtschreibreform/
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?t=832
http://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Wir_Lehrer_gegen_die_Rechtschreibreform

Einige bekanntere Vertreter der Initiative „Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform“

** Hilde Barth - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2474#2474
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1606#1606
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1629#1629
** Gisa Berger - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=603#603
** Hanno Blohm -httb://www.bfds.de
** Dr. Klaus Deterding -
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4006#4006
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4163#4163
** Helma Dietz - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4105#4105
** Erwin Dötsch - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=486#486
** Hans-Jürgen Grosser - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1118#1118
** Otto Freiherr Hiller von Gaertringen - http://www.schule-in-frankfurt.de/46/46-14.htm
** Professor Theodor Ickler - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3196#3196
http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Ickler
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Partikelliste
** Theodor Ickler: Warum gehorchen die Lehrer?
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4020#4020
** Wolfgang Illauer - http://www.vrs-ev.de/vorstand.php#illauer
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3201#3201
** Professor Helmut Jochems - http://www.schule-in-frankfurt.de/40/40-06.htm
http://www.schule-in-frankfurt.de/42/42-09.htm
** Günter Loew - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4029#4029
http://www.schule-in-frankfurt.de/45/45-06.htm
** Stephanus Peil - http://www.vrs-ev.de/vorstand.php#peil
** Karl-Heinz Requard - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=617#617
** Manfred Riebe - http://en.wikipedia.org/wiki/User:Manfred_Riebe
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3263#3263
** Dr. Maria-Theresia Rolland - http://www.sprache.org/bvr/biwhoisi.htm
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1246#1246
** Norbert Schäbler -
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Norbert_Sch%C3%A4bler
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2113#2113

* Pegnesischer Blumenorden e.V. -
http://www.blumenorden.de
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=2243#2243
http://de.wikipedia.org/wiki/Pegnesischer_Blumenorden
* Irrhainfest - http://www.ai.fh-nuernberg.de/Professors/Kuegel/Blumenorden/Irrhainfest-Vorschau34.htm

* Liste der Sprachvereine - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Sprachvereine

* Prof. Eberhard Lämmert - http://www.uni-potsdam.de/u/fea/laemmert.htm


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Manfred Riebe



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Beitrag: Montag, 10. Okt. 2005 16:06    Titel: Die Pis-tolenschüsse des Neuschriebs Antworten mit Zitat

Die Pis-tolenschüsse des Neuschriebs
Eine Nachbetrachtung, zehn Jahre später

Von Klaus Deterding

I

„Was lange währt, wird endlich gut“ ... Diese sprichwörtliche Redensart mit dem tröstlichen Inhalt geht nicht immer in Erfüllung. Oder seien wir in diesem Fall vorsichtiger: Sie wird wohl nicht in Erfüllung gehen, was die Rechtschreibreform und ihre Folgen betrifft. Denn es sieht ganz danach aus, daß es nicht mehr gut wird mit der deutschen Sprache. Was die Reformer damals in Wahrheit angerichtet haben, wird jetzt in seinen fatalen Auswirkungen erst so recht sichtbar. Sie haben, ohne daß sie es selber durchschauten in ihrem blinden Eifer, einen dilettantischen Eingriff in die Struktur der deutschen Sprache vorgenommen. Dieser Eingriff ist irreparabel, wenn nichts weiter geschieht, als daß in Zukunft nur eine Reform der Reform unternommen wird. Denn es gehört zu den schlichten pädagogischen „Weisheiten“, daß ein verpfuschtes Werk mit Verbesserungen nicht mehr zu retten ist, sondern nur mit einem Neubeginn von Grund auf. Genau das wird heute, zehn Jahre später, zu vermeiden versucht, indem der Rat für die Deutsche Rechtschreibung Korrekturen der Reform erarbeitet. Zwar gehen diese Korrekturen in einem Hauptfeld – Zusammen- und Getrenntschreibung – in die alte Richtung; aber „verkauft“ werden wird das als etwas anderes: als die Leistung der Korrektur-Kommission und sogar der Reformer, die „den Sprachteilnehmern nicht zumuten wollten, dass sie gewohnte Schreibweisen vermissen“ bzw. daß sie durch ungewohnte verunsichert werden ...

Wetten, daß?! ... Wer nur einen Moment kritisch nachdenkt, der durchschaut die Heuchelei, die Scheinheiligkeit und den Nebelvorhang. Denn es geht nicht darum, ob „gewohnte Schreibweisen vermißt“ werden und daß sich Reformer hier etwa noch eine Sozialmedaille anheften können. Sondern es geht darum, daß diese gewohnten Schreibweisen tatsächlich die intelligenteren und die differenzierteren waren und weiterhin sind, daß sie die über 1200 Jahre gewachsene Struktur unserer hochentwickelten deutschen Sprache repräsentieren und daß sie außer der Differenzierung auch die Flexibilität und die Komplexität unserer Sprache zum Ausdruck bringen – also zwei weitere Grundfähigkeiten und -eigenschaften von „Sprache“. Und genau die sind durch die Rechtschreibreform getroffen, erschüttert und beschädigt worden. Denn es ist nun einmal lächerlich, im Deutschen zu schreiben, daß die Aussagen von Professor X „höchst tief schürfend“ waren und das Gesicht eines seiner Hörer dabei „noch nichts sagender“ als das seines Nachbarn ... (Man muß die neuen Schreibweisen in Satzzusammenhänge transponieren; dann erkennt man den Unsinn klarer.)

Am 11. September 2004 war in der Berliner Morgenpost ein in zweifacher Hinsicht frappierender Satz zu lesen. Unter der reißerischen Überschrift „Hund schießt auf Mann“ gab es folgende s-t-Trennung am Zeilenende: „Ein Mischlingswelpe in Florida hat mit der Pfote einen Pis-tolenschuß ausgelöst, der“ – und so weiter ...

Aber inzwischen ist ja noch viel mehr Schaden angerichtet worden; und über den kann man nicht mehr lachen. Weil die Reformer die mangelnde Qualität ihres „Jahrhundertwerks“ nicht erkannten bzw. aus ideologischen Gründen nicht erkennen wollten und konnten – der Scheuklappen-Blick –, verschätzten sie sich auch in bezug auf den Widerstand dagegen. Dieser wurde immer größer und blieb bis heute – mit dem Ergebnis, daß man sich schließlich genötigt sah nachzubessern. Nachzubessern, und da liegt die Pointe, im Sinne der alten Schreibung – und das gerade, wie jetzt experimentiert wird, auf einem der Hauptfelder der Rechtschreibung: der Zusammen- und Getrenntschreibung ...

Man halte sich das einmal in Ruhe und Distanz vor Augen – : Ein Opus, das mit größtem Pomp und Tschingderassa praktisch als Jahrhundertwerk angekündigt wurde, muß nachträglich klein beigeben und sich selbst korrigieren – sich also zurücknehmen ... Die Tatsache dieses Zurücknehmens wird, wie dargestellt, kaschiert – weil man nicht die Courage hat zuzugeben, daß das Ganze ein Fehlschlag war, und weil man natürlich auch Angst hat vor den komplexen Folgen eines solchen Eingeständnisses ...

Aber noch mehr. Weil stur, bockbeinig und auch aus ideologischen Gründen (wir brauchen keine Großschreibung des „du“ im Brief, weil Höflichkeit a priori reaktionär ist) auf der Reform und ihrem Ewigkeitswert bestanden wurde und wird, ist folgendes eingetreten: Wir erhalten eine

Spaltung der deutschen Sprache

– und das gleich in mehrfacher Weise und auf verschiedenen Ebenen. Ich liste das im folgenden auf.

1.
Die alten Bücher bleiben in der alten Schreibung bestehen. Pointiert gesagt: „Heine bleibt Heine.“ Wer den Dichter in Zukunft lesen will, muß die alte Schreibung beherrschen.

2.
Die deutschen Schriftsteller der Gegenwart, gerade auch die bedeutenden, bleiben bei der alten Schreibung: weil sie als die eigentlichen Experten für Sprache wissen, daß sie die bessere ist. Wer deren Bücher lesen will – siehe Nummer 1 ...

3.
Die weit überwiegende Mehrzahl der Erwachsenen über 35 bleibt bei der alten Schreibung. Das gilt auch für Amtsträger außerhalb von Schreiben im amtlichen Bereich, wie ich in einer kleinen Umfrage erfahren habe und es belegen kann. Zitat: „Ich denke nicht daran, in meinen privaten Briefen diesen Unsinn mitzumachen.“ (Ltd. Reg.Dir.)

4.
Immer mehr junge Erwachsene und Jugendliche durchschnittlicher Intelligenz und
darüber werden nachdenklich beim Neuschrieb, wie ich ebenfalls belegen kann. So wird sich die Sache keinesfalls „biologisch erledigen“, wie man nach Nummer 3 annehmen könnte. Sondern es wird weiter gären.

5.
Die sozialpsychologischen und die kulturellen Folgen des Neuschriebs sind verheerend. Die „Öffnung“ der Reform und die damit verbundene Beliebigkeit haben entscheidend dazu beigetragen, daß ein laxer Umgang mit der deutschen Sprache eingesetzt hat, der im öffentlichen Bereich nicht mehr zu übersehen ist. In der Werbung, in den Medien, auf öffentlichen Plakaten und auf Firmenschildern sieht und hört man immer öfter z.T. simple sprachliche Fehler, „Gags“ und allein einer vermeintlich wirkungsvollen Graphik verpflichtete Sprech- und Schreibweisen, bei denen die Richtigkeit keine Rolle mehr spielt. Ich bezeichne nur zwei der auffallendsten Phänomene in diesem Bereich. So wird das ß nach dem langen Umlaut immer häufiger eliminiert („Füsse“), was auch nach Neuschrieb falsch ist. Der Bindestrich wird in einer Weise ignoriert, die bereits den Eindruck einer systematischen Ausrottung macht. Aus einer Vielzahl von Belegen aus Schriften, Plakaten, (Firmen-)Schildern und dem Fernsehen der Jahre 2004/05, die auch dem Neuschrieb widersprechen, greife ich die folgenden heraus: „Clinton Berater“ – „Clinton Freund und Berater“ – „Hollywood Filmproduzent“ – „Eislauf Polka“ – „Dirk Bach Show“ – „Schiller Theater“ – „Domäne Kunden“ – „Look here Moden“.

6.
Das letzte Beispiel weist auf das nächste Fundamental-Problem (nicht: „Fundamental Problem“) hin, das auf uns zukommt: die zunehmende Anglisierung des Deutsch – dasjenige, was pointiert bereits als Unikum „Engleutsch“ bezeichnet wird. Damit hat die Rechtschreibreform nicht direkt, sehr wohl aber indirekt zu tun: eben durch die „Öffnung“, die sie propagiert. Ein Schub von Beliebigkeit, von Sowohl-Als auch, von „Machen wir ’s doch mal“ hat auch dem Eindringen des Englischen in unsere Sprache Vorschub geleistet, und zwar weit über den Bereich der Fachsprache und des Fachjargons hinaus: Anglisierung ist Mode – ist „in“, um es engleutsch zu sagen.

Insgesamt ist durch die unüberlegte Rechtschreibreform, durch die Übergangsphase der Schreibung alt/neu die Anglisierung und die Unsicherheit im Umgang eine

Schwächung der deutschen Sprache

eingetreten, die inzwischen internationale Auswirkungen zeigt: Auf EU- und auf UNO-Ebene stabilisieren sich die emotionalen Vorbehalte gegen die deutsche Sprache, die unausgesprochen immer schon bestanden („Sprache der Nazis“). Die Uneinigkeit der deutschen Politiker und Länder, wann die Reform endgültig in Kraft tritt und ob und welche Korrekturen noch abzuwarten sind, sowie die Rückkehr zur alten Schreibung durch namhafte Zeitungen und Verlage werden dort spöttisch (ich habe Belege aus meiner Korrespondenz) bis höhnisch so kommentiert: „Ihr wißt ja selber nicht, was Ihr wollt! Und dann möchtet ihr, daß Deutsch die dritte Übersetzer-Sprache der EU wird? Was bildet Ihr Euch denn ein?!“ Und in den Goethe-Instituten in der Welt werden intelligente und informierte Schüler fragen: „Die deutsche Sprache lernen? Gerne – aber welche denn?!“

Ich konstatiere: Wir stehen vor einem Chaos und einem Trümmerhaufen der deutschen Sprache. Und das wird sich auch durch die Korrekturen des hochlöblichen Rates nicht ändern. Denn auch der wird nicht das Machwerk selbst in Frage stellen, sondern es insgesamt und stillschweigend verlängern. – Was ist in dieser Situation zu tun? Wie ist Abhilfe zu schaffen?

Ich sehe nur einen Weg, der Erfolg verspricht: Man muß den Neuanfang wagen – so radikal, wie er vor zehn Jahren von den Reformern selber propagiert und dann durchgedrückt wurde. Das heißt: Die Rechtschreibreform als Ganzes zurücknehmen. Dann muß auf der Grundlage der alten Schreibung eine vorsichtige, umsichtige, von wirklicher Kompetenz getragene, echte (Jahrhundert-)Reform des Deutsch (Hoch- und Schriftdeutsch) erarbeitet werden – mit den Österreichern und den Schweizern zusammen sowie unter Beteiligung aller Experten-Gruppen: Deutschlehrer, Germanisten, Linguisten, Schriftsteller (die vor allem), Wörterbuchautoren (auch vom Duden, aber natürlich nicht die korrumpierten), Mitarbeiter der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des Goethe-Instituts. Ansätze dazu bestehen bereits; ich nenne nur Theodor Icklers „Rechtschreibwörterbuch“ (1.A. 2000).

Aus der Sache selbst ergibt sich, daß Vertreter der Rechtschreibreform in einem solchen Gremium keinen Platz haben. Den werden sie selber auch gar nicht beanspruchen, wenn und insofern sie ehrlich sind – es sei denn, sie haben einen echten Sinneswandel vollzogen. Und den wollen wir überzeugte Demokraten keinem Menschen von vornherein absprechen – nicht wahr?! (Es gibt ja einige Reformer, die sich selbstkritisch im nachhinein korrigiert haben, auch prominente.)

Die Fachleute dieser Kommission haben nicht sich selber, den eigenen Ruhm und den eigenen Geldbeutel im Sinn, sondern die deutsche Sprache und ihr Überleben. Ein hoher Anspruch, nach Quantität und Qualität. Aber hat der liebe Gott gesagt, daß hohe Ansprüche verboten sind ...?

Einer der Duden-Götter verbot es aber. In einem Beitrag in der Berliner Morgenpost vom 18.12.1994 – also kurz vor der entscheidenden Phase der Reform – „Wie uns das Schreiben leichter fallen soll“, trat der Leiter der Dudenredaktion, Professor Dr. Günther Drosdowski, vehement für eine „Vereinfachung“ der Rechtschreibung ein. Er gab seinem Erstaunen darüber Ausdruck, wie sehr die Menschen an der alten Schreibung hingen, trotz der Schwierigkeiten. Vereinfachung, das bringe doch „leichteres Lernen“, und leichteres Lernen führe zu besserer Beherrschung des Deutschen. Auch gebildete Leute hätten zum Beispiel ihre Schwierigkeit, die mit „und“ bzw. „oder“ verbundenen Hauptsätze zu erkennen und dementsprechend das Komma zu setzen. Also: Weg mit dem Komma!

In meiner Antwort widersprach ich Herrn Professor und machte ihn aufmerksam, wie nicht nur in der Rechtschreibung, sondern auch in der Zeichensetzung Sinngebung, Sinnverständnis sowie Ausdrucksmöglichkeit des Deutschen enorm ansteigen durch Differenzierung – und wie dasselbe der Fall ist bei der Großschreibung von Substantiven. Und ich gab Herrn Drosdowski anschauliche Beispiele. (Hauptsatz, beginnend mit „und“.)

Auf diesen langen Brief bekam ich am 3. Januar 95 einen sehr kurzen und äußerst gereizten zur Antwort. Auf einer viertel Seite warf mir Herr Drosdowski eine „elitäre Einstellung“ bezüglich der Rechtschreibung vor. Und dann folgte ein bemerkenswertes Bekenntnis eines Autors von Wörterbüchern. Ich zitiere: „Orthographische Normen haben für mich nur die Aufgabe, die schriftliche Kommunikation zu erleichtern“ – und: „Die Rechtschreibung interessiert mich als Sprachwissenschaftler übrigens herzlich wenig, sie ist eine Pflichtübung, die zu meinem Amt gehört.“ – Nicht wahr, da reibt man sich die Augen? Das muß man zweimal lesen ...

Mit anderen Worten: Einer der führenden Fachmänner des bis dahin und bis heute immer noch wichtigsten deutschen Wörterbuches sieht „als Sprachwissenschaftler“ keinen Zusammenhang zwischen Sprache und Rechtschreibung ... Rechtschreibung ist ein bloßes Vehikel der Verständigung, das demzufolge so oder auch anders ausfallen kann – je nachdem, wie und wo man am günstigsten den Zielpunkt „Vereinfachung“ ansetzt. Rechtschreibung ist manipulierbar. Einen Zusammenhang zwischen der Struktur einer Sprache – etwa ihrem Grad an Differenzierung und Komplexität – sowie der Orthographie gibt es nicht. Es stimmt nicht, daß sich in der Rechtschreibung Geschichte, Wachstum, Substanz, Wesen und Sinn einer Sprache ausdrücken. Orthographie, auch Interpunktion, ist einfach nur festgelegte Zweckmäßigkeit, die über einen irgendwie – geheimnisvollerweise – entstandenen geistig-kulturellen Körper gestülpt wird ...

Selbst dann, wenn man die Schärfe und die Pointierung dieser Aussage zum Teil der Gereiztheit zuschreibt, mit der Professor Drosdowski mir damals antwortete – selbst dann kann man hier eigentlich nur den Kopf schütteln. Oder anders: Angesichts dieser Position verwundert es nicht mehr, daß bei der Rechtschreibreform das herauskam, was herausgekommen ist ... Denn diese auf puren Pragmatismus und Zweckrationalismus verkürzte Auffassung ist erstens schlicht und ergreifend falsch, und sie hat zweitens offensichtlich auch die Mehrzahl der anderen Mitglieder der Reformkommission sowie ihrer weiteren Mitarbeiter beherrscht.


II

Mit den Stichworten der Qualität, des Anspruchs und der menschlichen Anständigkeit sowie ihres Antipoden komme ich in diesem zweiten Abschnitt auf ein Thema zu sprechen, das ich nicht daran denke, unter den Tisch fallen zu lassen. Im Rückblick muß auch das einmal ganz deutlich gesagt werden.

Es ist, wie es seit Jahrtausenden war und wie es noch in tausend Jahren sein wird, falls die Menschheit so lange existiert – : Gegen die intellektuelle Leistung, noch dazu, wenn sie ohne Schellenklang und Prahlerei daherkommt, stehen sie auf: der Neid, die Mißgunst, die Scheelsucht, das verborgene schlechte Gewissen. „Eigentlich hätten wir das selber erkennen müssen. Aber wir haben es nicht, wir waren nicht in der Lage dazu. Das können wir öffentlich keinesfalls zugeben. Also machen wir die Leistung, die leider tatsächlich besteht, öffentlich kaputt. Dann ist es so, als gäbe es die gar nicht.“

So erging es den Männern des 20. Juli 1944, deren Leistung als „sinnloser Heroismus“ (Zitat) verunglimpft wurde und z.T. heute noch wird. (Übrigens gibt es auch eine Leistung der Frauen der Männer des 20. Juli.) Und so ergeht es heute den Gegnern der Rechtschreibreform, deren Leistung von interessierter Seite in der Öffentlichkeit denunziert wird. Wie macht man so etwas am besten – wenn an der Leistung selber nichts zu deuteln ist? Es gibt zwei „todsichere“ Methoden, jemanden, wie man so sagt, weg vom Fenster zu kriegen. Entweder man verbreitet über ihn das Gerücht, er sei ein Sittenstrolch (in dieser oder jener Richtung) –, oder man beschimpft ihn öffentlich als rechtsradikal, was in Deutschland ganz besonders „zieht“. Davon erholt sich der Betreffende, wenn überhaupt, erst nach Jahren ... So schrieb ein sehr bekannter Publizist und Könner der spitzen Feder – das ist er, alles was recht ist – im Frühjahr 1997 im Berliner Tagesspiegel auf der Titelseite eine Glosse über die Gegner der Rechtschreibreform. Dieses Pamphlet endete mit dem Satz, den ich mein Leben lang nicht vergessen werde: „Ob man nun etwas mit ß oder mit SS schreibt, das ist doch letzten Endes egal.“ Und das SS war erstens groß und zweitens fett und kursiv gedruckt – wie hier –, so daß es den berühmt-berüchtigten Runen sehr, sehr ähnlich sah: zum Verwechseln ähnlich. Ein Zwilling ...

Um jemanden oder etwas – oder beides – in der Öffentlichkeit zu „löschen“, haben wir im Zeitalter des Computers heute ein noch besseres Mittel: wir löschen ihn buchstäblich, nämlich ihn und seine Texte im Internet – mit gekonntem Zugriff ... Es kehrt alles wieder. Im Mai 1933 hat man Bücher verbrannt. Heute löscht man den Geist noch schneller und noch wirkungsvoller: so, daß nicht einmal Asche übrigbleibt. Und dazu muß man sich auch gar nicht mehr auf den Platz vor die Humboldt-Universität stellen, so daß man fotografiert werden kann und das Foto ein Zeitdokument wird. Nein, heute löscht man den Geist elegant und anonym, ohne jedes persönliche Risiko. Das hat sich der historische Neid nie träumen lassen: daß er einmal ganz im geheimen tätig sein darf – und trotzdem mit eminenter Wirkung. Welch ein Fest für die Seele!

Damit kein Mißverständnis aufkommt: Ich rede hier nicht in der Theorie oder in vorauseilender Satire. Sondern diese Praxis existiert bereits und ist „erprobt“.

„Schöne neue Welt“! Oder wie würden Sie das nennen? Vielleicht ist es ja doch ehrliche Reue, die sich in ihrer Zerknirschung nicht anders zu helfen weiß ... Ja, so ist es ganz bestimmt.


Zuletzt bearbeitet von Manfred Riebe am Montag, 10. Okt. 2005 22:01, insgesamt 3mal bearbeitet
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Manfred Riebe



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Beitrag: Montag, 10. Okt. 2005 21:30    Titel: Klaus Deterding zur Sprachpflege Antworten mit Zitat

ZUR SPRACHPFLEGE

Kafka würde sich „bedanken“
Deformation deutscher Literatur durch die Rechtschreibreform

Von Klaus Deterding

In einem Artikel der Tageszeitung „Berliner Morgenpost“ vom 5. September 2002 heißt es zur Kritik der Irak-Politik des amerikanischen Präsidenten Bush, die Bundesregierung habe keinen Anlaß, „von ihrer wohl begründeten Position“ abzugehen. Und in derselben Zeitung auf derselben Politik-Seite 4, vom 13.9. 02, zum gleichen Thema unter dem Titel „Saddam ist eine wachsende Gefahr“ das folgende Bush-Zitat:

„Wenn das Regime in Irak uns erneut täuscht, muß die Welt Irak wohl überlegt und entschlossen zur Verantwortung ziehen.“

Von der „wohl begründeten Position“? Oder wohl doch nicht begründet? Möglicherweise begründet? Vielleicht begründet? Vielleicht auch nicht? Und muß die Welt Irak wohl überlegt zur Verantwortung ziehen? Oder wohl doch nicht überlegt? Gar unüberlegt?

Eine der zentralen Thesen der Reformer, die zugleich eine Verteidigungsstrategie darstellt, war und ist die seit 1996 gebetsmühlenartig wiederholte Beteuerung, die Neuregelung stelle keinen wirklichen Eingriff in die deutsche Sprache dar.

Dieser These wird hier mit Nachdruck widersprochen. Ich stelle folgende Gegenthesen auf:

1. Die seit 1996 amtlich eingeführte Neuregelung der Rechtschreibung stellt einen erheblichen Eingriff in die deutsche Sprache dar.

2. Wenn und insofern die Neuregelung sprachlich und grammatisch falsche Setzungen enthält, wird der Eingriff zu einer Deformation von Sprache und Literatur.

Zur Beweisführung nehme ich mir Kafkas berühmte Erzählung In der Strafkolonie vor. - Deren erster Satz lautet:

„Es ist ein eigentümlicher Apparat“, sagte der Offizier zu dem Forschungsreisenden und überblickte mit einem gewissermaßen bewundernden Blick den ihm doch wohlbekannten Apparat. (1)

„Wohlbekannten“ ist hier Adjektiv: Eigenschaft des Apparats, der in diesem bedeutsamen Auftakt der Erzählung angesprochen wird. Würde es getrennt werden: „wohl bekannt“, wie es die Neuschreibung fordert, (2) so würde es bedeuten: „vermutlich / möglicherweise bekannt“ (adverbiale Erweiterung) - und damit fast das Gegenteil dessen, was Kafka ausdrücken wollte. Denn die grandiose Aussage liegt ja, unter anderem, gerade darin, wie dieser fürchterliche Apparat, diese Tötungsmaschine mit Konstruktionszeichnung, die etwas in Gang setzt, dem Offizier auf so seltsame, unheimliche Art äußerst bekannt ist - vertraut ist - und warum das so ist: weil das Wesen dieser Maschine mit dem Wesen des Offiziers in Harmonie steht. Weil die perverse Tötungsmaschine mit dem verkorksten, perversen - oder ,nur': extremen - Gerechtigkeits-Fanatismus des Offiziers im Einklang steht...

Diese Aussage wird mit dem getrennt geschriebenen „wohl bekannt“ aufgelöst. Sie wird geradezu konterkariert. Sie wird fast läppisch. Denn in der getrennten Fügung „wohl bekannt“ ist, nach Aufbau und Form des Deutschen, das „wohl“ attributiv zu „bekannt“: dem Adjektiv (noch einmal) beigefügt. Aus dem zusammengesetzten Adjektiv „wohlbekannt“ ist nun eine Fügung aus Adjektiv plus Adverb geworden. (3)

Das aber ist etwas ganz anderes als das ursprünglich Gesagte und Gemeinte: es ist grammatisch verändert, und es ist semantisch verändert. Jetzt ist der Apparat bekannt, keineswegs „wohlbekannt“! Denn das „wohl“, von „bekannt“ getrennt, ist nicht mehr das Wohlbekannte: das sehr genau, das bestens Bekannte. Das Wörtchen „wohl“ kommt in unserer Sprache sehr wohl auch als einzelnes Element vor - und erfüllt als solches eine ganz bestimmte Funktion und erbringt eine ganz bestimmte Leistung. „Das ist wohl so“ heißt: Das ist vermutlich so - das ist nun mal so. Und „wohl bekannt“, getrennt geschrieben, heißt dann: Der- oder dasjenige ist vermutlich bekannt. Das ist etwas völlig anderes, als es „wohlbekannt“, zusammengeschrieben, ausdrückt. Mit der Getrenntschreibung verändert sich der Inhalt des Wortes - der Inhalt und der Sinn des Satzes - der Sinn des gesamten Auftakts der Kafka-Erzählung. Getrennt geschrieben, ist die Bedeutung nun: Dem Offizier war jener Apparat „vermutlich“ bekannt - oder, in Umkehrung der Wortfolge: „wohl doch“ bekannt.

Das ist geradezu eine Verkehrung des Inhalts und des Gemeinten: Der Offizier überblickt ja diesen, wie sich später herausstellt, grausamen Apparat deshalb mit bewunderndem Blick, eben weil ihm die Apparatur außerordentlich gut bekannt ist - wahrhaft vertraut ist. Und nicht nur das: von ihm in ihrer Folter-Funktion mit tiefster Überzeugung bejaht wird. Diese Bejahung geht so weit, daß der Leser suggestiv und unentrinnbar - eben „kafkaesk“ - den Eindruck erhält, daß der Apparat eine rätselhafte innere Verbindung zum Charakter des Offiziers hat. Der Apparat ist dem Offizier nicht nur „wohlbekannt“ - er ist ihm, dem Apparat, in dieser Wohlbekanntheit regelrecht verfallen. Die Foltermaschine, in die der Offizier förmlich hineinkriecht und deren menschenquälende Funktion er buchhalterisch nüchtern erklärt - zunächst jedenfalls -, ist wie eine Inkarnation seines militärisch-minutiösen, zugleich fanatischen Funktionärs-Daseins.

Mit anderen Worten: „Wohlbekannt“, zusammengeschrieben, hat eine innere Verbindung nicht nur zum Charakter und Sein des Offiziers, sondern, indem es sich so verhält, zur Kern-Aussage, zum Gehalt der Kafka-Erzählung insgesamt. „Wohl bekannt“, auseinandergeschrieben, zerstört diesen inneren Zusammenhang zwischen dem bedeutsamen Auftakt der Erzählung und ihrer Schritt für Schritt sich entfaltenden Aussage, die dem erschrockenen Leser zuflüstert, warum dieser ominöse Apparat dem Offizier so seltsam vertraut ist ... Und diese gleichsam innige Vertrautheit wird keineswegs aufgelöst durch die fürchterliche Wendung, die das Geschehen schließlich nimmt, sondern geradezu bestätigt - in einer anderen Dimension: eben derjenigen der Maschine. Die Maschine übernimmt nun die „Gerechtigkeit“ des Offiziers - und damit seine Hinrichtung. Denn diese Gerechtigkeit - diese Auffassung von Recht und Schuld und Sühne und Vergeltung - ist von ungeheuerlicher Konsequenz - und ist eine ungeheuerliche ,Entartung'.

Ich mache im folgenden auf eine Reihe von signifikanten Stellen der Kafka-Erzählung aufmerksam, die im besprochenen Sinn die innere geistige Verbindung zum „wohlbekannt“ halten. Es entsteht so ein Netz von Bezügen, das zugleich, mit seinen Knotenpunkten, das Netz der „Inneren Form“ (4) der Kafka-Erzählung darstellt. Indem sie das tun, widerlegen sie zugleich das getrennt geschriebene „wohl bekannt“. (Die nur mit Zahlen bezifferten Textteile sind Original-Zitate, die zusätzlich mit Kleinbuchstaben bezifferten meine Kommentare)

1) Ich habe gleich bei den allerersten Versuchen mitgearbeitet und war auch bei allen Arbeiten bis zur Vollendung beteiligt.

1a) Der Apparat ist mir wohlvertraut, weil ich ihn mit entwickelt habe.

2) Denn ich stand auch dem früheren Kommandanten in allen Strafsachen zur Seite und kenne auch den Apparat am besten.

2a) Vertrautheit mit dem Apparat als geistiger Nachfolger des Kommandanten, der dieselben Grundsätze vertrat.

3) Außerdem aber setzte er (der Forschungsreisende, der Verf.) einige Hoffnung auf den neuen Kommandanten, der offenbar, allerdings langsam, ein neues Verfahren einzuführen beabsichtigte, das dem beschränkten Kopf dieses Offiziers nicht eingehen konnte.

3a) Der Offizier ist „beschränkt“ in dem Sinne, daß er auf den Apparat fixiert ist und auf seine enge (konservative) Denkweise von „Strafe - Schuld - Gerechtigkeit - Vergeltung“, die gleichsam linear ist.

4) Der Offizier zeigte mit dem Finger genau den Weg, den das Blutwasser nehmen mußte. Als er es, um es möglichst anschaulich zu machen, an der Mündung des Abflußrohres mit beiden Händen förmlich auffing [...]

4a) Er antizipiert in genauer Kenntnis der Maschine eine ihrer Handlungsweisen.

5) „Man muß lange darin lesen. Auch Sie würden es schließlich gewiß erkennen. [...] Können Sie jetzt die Arbeit der Egge und des ganzen Apparates würdigen?“

5a) Die „Lektüre“ ist ein dichtes Gewirr von Linien. In ihm kennt sich der Offizier aus, als sei es etwas, das man „lesen“ kann. Gelingt das, muß man den Apparat anerkennen.

6) Als sei der Offizier von diesem störenden Rad überrascht, drohte er ihm mit der Faust. [...] Noch war etwas nicht in Ordnung, das nur er merkte; er kletterte wieder hinauf, griff mit beiden Händen in das Innere des Zeichners [...]

6a) Seine Kenntnis der und sein gesamtes Verhältnis zur Maschine ist ,intim'. Die Maschine ist Partner - Lebenspartner - ,Person'. Nur er kennt sich derart in ihr aus. Er kriecht förmlich in sie hinein.

7) Dieses Verfahren und diese Hinrichtung. [...] Ich bin ihr einziger Vertreter, gleichzeitig der einzige Vertreter des Erbes des alten Kommandanten.

7a) Nur er kennt das Verfahren und kennt die Maschine: in der Tradition des ehemaligen Kommandanten, der nicht mehr lebt.

8) Soll wegen dieses Kommandanten und seiner Frauen, die ihn beeinflussen, ein solches Lebenswerk“ - er zeigte auf die Maschine - „zugrunde gehen?“

8a) Die Maschine ist „Lebenswerk“ - sein und des ehemaligen Kommandanten.

9) Die sechste Stunde! [...] Ich allerdings durfte kraft meines Berufes immer dabeistehen. [...] Der Offizier hatte offenbar vergessen, wer vor ihm stand; er hatte den Reisenden umarmt und dessen Kopf an seine Schulter gelegt.

9a) Er ist gerührt und in der Rührung überwältigt vom ,Tun' der Maschine:! ihrer erbarmungslosen Art der Hinrichtung.

10) [...] er bettete das Blatt mit großer Vorsicht im Zeichner und ordnete das Räderwerk scheinbar gänzlich um; es war eine sehr mühselige Arbeit [...]

10a) Er muß im Innern der Maschine etwas verändern, um sie auf sich selbst - als den neuen Verurteilten - einzustellen.

11) Als der Offizier oben endlich fertiggeworden war, überblickte er noch einmal lächelnd das Ganze in allen seinen Teilen, schlug diesmal den Deckel des Zeichners zu, der bisher offen gewesen war [...] stand dann auf und begann seinen Uniformrock aufzuknöpfen [...]

11a) Er „überblickt“ noch einmal alles, und zwar „lächelnd“: in völliger Vertrautheit: letzte Steigerung und Identifikation mit der Maschine, in die er nun hineinsteigen wird zur Selbstverurteilung: ihr und sein Prinzip des „sei gerecht“ zu demonstrieren und das Verfahren (und die Maschine) zu retten - weiterexistieren zu lassen, über seinen eigenen Tod hinaus.

12) Wenn es schon früher deutlich gewesen war, daß er die Maschine gut verstand, so konnte es jetzt einen fast bestürzt machen, wie er mit ihr umging und wie sie gehorchte.

12a) Das Wohlbekannte in letzter Steigerung: Die Maschine „gehorcht“: wie ein Partner - ein Tier - ein Mensch.

13) [...] kaum waren die Riemen angebracht, fing auch schon die Maschine zu arbeiten an [...]

13a) Automatismus und zugleich „Gehorsam“ der Maschine

Daß sie dann schließlich doch nicht gehorcht bzw. falsch „gehorcht“: in Trümmer geht - die Egge nicht schreibt, nur sticht - ihre Arbeit vorzeitig beendet - der Körper sich nicht von ihr löst, durch die drei Zeugen befreit werden muß - die Maschine einen „unmittelbaren Mord“ begeht - der Offizier nicht die „Erlösung“ aller Verurteilten vorher erlangt, sein Blick im Tode dennoch „ruhig und überzeugt“ ist - : das alles ist fürchterliche Konsequenz der Auffassung jener ,mechanisierten Gerechtigkeit' des Offiziers. Ihn, den ,Vertrauten', tötet die Maschine nicht wie die andern, sondern vorzeitig. Er ist nicht „erlöst“, weil er sich ja ohne Vergehen unter sie gelegt hat: ohne eine nennbare Schuld, die im Zeichner der Maschine dokumentiert wäre ...

Anmerkungen

1 Franz Kafka: Die Erzählungen, S. Fischer Verlag 1961; S. 94.

2 Duden - übrigens im Widerspruch zum Bertelsmann-Wörterbuch (1. Ausgabe November 1996).

3 Das Adverb „kann aber ebensogut in der Rolle eines Attributs ein Substantiv [...], ein Adjektiv [...] oder ein anderes Adverb [...] näher bestimmen“, weshalb der Name Adverb „nicht in allen Fällen wörtlich genommen“ werden könne. (Duden, Grammatik, Mannheim 1964; S. 302

4 Um hier einen von Hans Glinz geprägten grammatischen und semantischen Begriff zu verwenden: „Die innere Form des Deutschen“, 4.A., Francke, Bern / München, 1965.

http://www.ai.fh-nuernberg.de/Professors/Kuegel/Blumenorden/Sprachpflege36.htm
__________________________________________

Anmerkungen:

Dr. phil. Klaus Deterding, M.A. in Erziehungswissenschaft, Jahrgang 1942. Abitur, Lehrerstudium an Pädagogischer Hochschule und Freier Universität Berlin. Germanist, hat 1991 an der FU Berlin summa cum laude über E. T. A. Hoffmann promoviert. 1970 bis 2002 im Lehrberuf an PH und Schule. Gesamtschullehrer an der Kopernikus-Oberschule (Gesamtschule) Berlin-Steglitz. Dr. Klaus Deterding war Mitbegründer und einige Zeit Leiter der Initiative „Wir sind das Rechtschreibvolk!“ in Berlin.

* Deterding, Klaus: Die Poetik der inneren und äußeren Welt bei E. T. A. Hoffmann. Zur Konstitution des Poetischen in den Werken und Selbstzeugnissen. Frankfurt am Main u.a.: Lang. 1991. (= Berliner Beiträge zur neueren deutschen Literaturgeschichte; 15), ISBN 3-631-44062-6
http://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann

* Bo Adam: Deterdings neue Deutschstunden. Ein Berliner Lehrer kämpft gegen die Rechtschreibreform und muß seinen Schülern doch die neuen Regeln beibringen. In: Berliner Zeitung vom 30.12.1996

* Deterding, Klaus: Rechtschreibung zum Nulltarif - Fehler und Mängel der Neuregelung, Satz und Gestaltung: Jürgen Brinkmann, 4. vermehrte und verbesserte sowie mit einem Vorwort versehene Auflage, Berlin, Charlottenstr. 23 A, K. Deterding, Februar 1997, 22 Seiten, IDN: 950758132 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de )

* Deterding, Klaus: Rechtschreibung zum Nulltarif : Fehler und Mängel der „einfachen“ neuen Regelung. - 5., verb. sowie mit einem Vorw. vers. Aufl.. - Berlin, Charlottenstr. 23 A : K. Deterding, 1997. - 22 S., IDN: 950758132 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de )

* Deterding, Klaus: Die Strukturmängel der Rechtschreibreform oder: Der Riß im Gebäude. Berlin, April 1997

* Deterding, Klaus: E.T.A. Hoffmann: Der Feind - Das fertige Fragment. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2002, 108 S. ISBN: 3-8260-2247-5
http://www.ai.fh-nuernberg.de/Professors/Kuegel/Blumenorden/Irrhainfest-Vorschau34.htm
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Manfred Riebe



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Beitrag: Sonntag, 06. Aug. 2006 08:51    Titel: Hermann Zabel und Klaus Deterdings Bürgerinitiative „Wir s Antworten mit Zitat

Hermann Zabel und Klaus Deterdings Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk“

Hermann Zabel widmet der Berliner Bürgerinitiative „Wir sind das Rechtschreibvolk“ umd Klaus Deterding ein Kapitel in:

* Hermann Zabel (Hg.).: Widerworte. „Lieber Herr Grass, Ihre Aufregung ist unbegründet“. Antworten an Gegner und Kritiker der Rechtschreibreform. Aachen: Shaker, 1997, 184 S. , ISBN 3-8265-2859-X, Seiten 47-56, 176
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