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Kurt Reumann, ein Journalist gegen die Rechtschreibreform

 
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Manfred Riebe



Registriert seit: 23.10.2002
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Beitrag: Freitag, 07. Okt. 2005 12:07    Titel: Kurt Reumann, ein Journalist gegen die Rechtschreibreform Antworten mit Zitat

Dr. Kurt Reumann (* 24. September 1934 in Wesselburen / Dithmarschen) ist ein Medienexperte ersten Ranges. Er war von 1970 bis 2000 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der Politischen Redaktion zuständig für Universitäten und Bildungspolitik.

Beruflicher Werdegang

Nach dem Abitur in Neumünster verdiente Reumann sich beim Holsteinischen Courier mit einem zweijährigen Volontariat Geld für das Studium. In Berlin studierte er an der Freien Universität Publizistik, Germanistik, Kunstgeschichte und Politologie. 1964 promovierte er bei Emil Dovifat, dessen Assistent er 1963 bis 1965 war, über politische Karikaturen. Danach gewann er am Institut für Demoskopie Allensbach bei der Dovifat-Schülerin Elisabeth Noelle-Neumann Einblick in die Meinungsforschung. Er wurde dann am Institut für Publizistik der Universität Mainz wissenschaftlicher Mitarbeiter von Elisabeth Noelle-Neumann.

1970 trat er in die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein. Er war zuständig für Analysen und Kommentare über die Bildungspolitik, insbesondere für die Hochschulen. Ein weiteres Spezialgebiet war die Umfrageforschung samt Wahlanalysen. Zehn Jahre lang gestaltete er die Seite „Jugend schreibt/Zeitung in der Schule“ als verantwortlicher Redakteur (bis Juli 1997). Über dieses Pilotprojekt schrieb er für die Reihe „Texte + Thesen“ des Fromm-Verlags einen Band unter dem Titel „Lesefreuden und Lebenswelten“ (1992). Reumann lehnte mehrere Rufe auf C 4-Professuren, beispielsweise an die FU Berlin oder die Universität Mainz, ab.

Nachrichten und Kommentare über die Rechtschreibreform

Kurt Reumann gehört zu den Erstunterzeichnern der Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform vom Oktober 1996. Reumann ist einer der wenigen Journalisten, die über die Rechtschreibreform berichteten und sie kommentierten. Er trug wesentlich dazu bei, daß die Rechtschreibreform in der FAZ auch von fremden Autoren kommentiert wurde.

Als Reumann zwecks Berichterstattung an der Mannheimer Anhörung der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung vom 23. Januar 1998 teilnehmen wollte, wurden er und Dr. Dankwart Guratzsch (DIE WELT) aus dem Saal geworfen. - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1093#1093

Der Rechtschreibreformer Peter Eisenberg trat nach der Mannheimer Anhörung unter Protest aus der Kommission aus. Reumann: „Die Amtschef-Konferenz der Kultusminister versuchte die Berufung des Kritikers Eisenberg in die Kommission zu verhindern, doch als der Skandal ruchbar zu werden drohte, hatten sie es eilig, ihn zur Mitwirkung einzuladen. [...] Es ist fraglich, ob er (Eisenberg) die Bereitschaft der anderen Kommissionsmitglieder zu Korrekturen nicht überschätzt hat. Einige von ihnen arbeiten so eng mit Wörterbuchverlagen zusammen, daß Reformgegner ihnen wiederholt Interessenverquickung vorgeworfen haben. Im Interesse der Wörterbuchverlage liegt es, von Änderungen abzusehen, die Neuauflagen von Wörterbüchern erzwingen.“ (Reumann in FAZ 18.03.1998, S. 6)

Trotz ihres Eintretens gegen die Rechtschreibreform stellte die FAZ am 1. August 1999 auf die neue Presseorthographie um. Aber nach einem Jahr Erprobung kehrte sie am 1. August 2000 zur traditionellen Rechtschreibung zurück. In der Broschüre: „Die Reform als Diktat - Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung “, in der Reumann mit 17 Artikeln vertreten ist, erklärt er zusammen mit dem Feuilletonredakteur Dr. Thomas Steinfeld, dort seit 1997 leitend verantwortlich für das Ressort „Literatur und literarisches Leben“, weshalb die FAZ zu den Regeln der 20. Auflage des Duden von 1991 zurückkehrte. Die FAZ habe nur widerstrebend im Interesse der Einheitlichkeit der Orthographie auf die neue Rechtschreibung umgestellt, weil die Nachrichtenagenturen und die öffentlichen Institutionen umgestellt hatten. Die FAZ habe die Reform ein Jahr lang erprobt. Der Versuch sei infolge der Mängel der Reform gescheitert, die die Einheitlichkeit der Orthographie zerstört habe.

Literatur

Über Kurt Reumann

* Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland (Hrsg.): Sie redigieren und schreiben [Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung]. Bearbeitet von Ingeborg Lukas. Frankfurt am Main: Frankfurter Allg. Zeitung, März 2000, 144 S., S. 92 f.

* Theodor Ickler: „Auf die Barrikaden gehen!“ - Theodor Ickler, der neue Träger des Deutschen Sprachpreises, im Gespräch mit der DEUTSCHEN SPRACHWELT. In: Deutsche Sprachwelt Ausgabe 5 vom 20. September 2001, Seite 3
[DSW: „Wenn Sie zu entscheiden hätten: Wem würden Sie einen Sprachpreis verleihen?“ Theodor Ickler: „Friedrich Denk, Kurt Reumann. Wenn ich noch mehr Personen nenne, müßte ich andere weglassen, und das wäre ungerecht; daher mögen diese beiden Namen genügen. Jeder Eingeweihte weiß, daß sie an erster Stelle stehen.“] - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=642#642

Werke

* Kurt Reumann: Das antithetische Kampfbild. Beiträge zur Bestimmung seines Wesens und seiner Wirkung. FU Berlin, Phil. Fak., Dissertation vom 16. Dez. 1964, Berlin, 1964. - 395 S. mit Abb., IDN: 481346058 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de )

* Kurt Reumann: Waffengleichheit in der Gegendarstellung / Kurt Reumann. - (Berliner Abhandlungen zum Presserecht; H. 13) Berlin: Duncker u. Humblot, 1971. - 38 S., ISBN 3-428-02517-2

* Kurt Reumann: Blick ins Innere, Berichte von der akademischen Front. (Texte + [und] Thesen ; 60), Zürich: Edition Interfrom, 1975, 123 S., ISBN 3-7201-5060-7

* Horst Baier/Hans Mathias Kepplinger/Kurt Reumann (Hrsg.), Öffentliche Meinung und sozialer Wandel. Public Opinion and Social Change. Festschrift für Elisabeth Noelle-Neumann, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1981

* Horst Baier, Hans Mathias Kepplinger, Kurt Reumann: Öffentliche Meinung und sozialer Wandel. Mit Beiträgen in englischer Sprache. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 1982, 431 S., ISBN: 3531115332

* Kurt Reumann (Hrsg.): Jugend heute: Aufbruch oder Aufstand? / Essener Universitäts-Symposium. Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung. Referate u. Diskussionsbeiträge u.a. von: W. Anders .... - [1. - 3. Tsd.]. - [Köln]: [Bachem], 1982, 292 S., ISBN 3-7616-0648-6

* Kurt Reumann: Gibt es den Fallbeil-Effekt für die kleinen Parteien? Zum Streit um die Veröffentlichung von Umfrage-Ergebnissen vor Wahlen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. März 1983

* Kurt Reumann: Lesefreuden und Lebenswelten. [Texte + Thesen]. Osnabrück: A. Fromm, 1992, 246 S., ISBN: 3-7201-5244-8

* Kurt Reumann: Wider das tödliche Amüsement. Schulen und Zeitungen sind Verbündete: Aufruf zu einer Verteidigung der Lesekultur. In: FAZ vom 28.9.1992, S. 14

* Kurt Reumann: Die Kultusminister gehen nicht unter. In: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Einheit in der Vielfalt: 50 Jahre Kultusministerkonferenz 1948 – 1998. Neuwied; Kriftel; Berlin: Luchterhand, 1998, ISBN 3-472-02952-

* Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland (Hrsg.): Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung, Frankfurt am Main: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2000, 119 S., IDN: 975592262 (Deutsche Bibliothek - Deutsche Nationalbibliographie - http://dnb.ddb.de ) (enthält 17 Artikel Reumanns zur Rechtschreibreform)

Artikel (Auswahl)

* Kurt Reumann: Antreiber der Poeten [ Ein Interview mit Friedrich Denk nach der „Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform“]. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Samstag, 12. Oktober 1996, Seite 12 - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4147#4147

* Kurt Reumann: „Wir Journalisten wurden genauso betrogen wie die Kultusminister.“ In: FAZ vom 12.03.97

* Kurt Reumann: Niemand will sie. In: FAZ vom 04.04.1997

*Kurt Reumann: Wörterfresser. In: FAZ vom 18.04.1997, S. 1

* Kurt Reumann: Der Widerstand gegen die Rechtschreibreform wächst. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung kritisiert Kultusminister / Eigene Vorschläge angekündigt. In: FAZ vom 7. Juni 1997. Wiederabdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland: Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung, 2000, S 74 f.

* Kurt Reumann: Der Kuss bliebe zärtlich. In: FAZ vom 20.10.1997, S. 1

* Kurt Reumann: Ein Ausweg. Agenturen wenden neue Rechtschreibung nicht an. In: FAZ vom 04.12.1997, S. 1 und 14

* Kurt Reumann: Lehrerverband schickt lediglich Beobachter. In: FAZ vom 23.01.1998, S. 6

* Kurt Reumann: Rücktritt Durners gefordert. In: FAZ vom 28.01.1998, S. 6.

* Kurt Reumann: „Rechtschreib-Kommission auflösen“. Lehrerverband: Rückzieher schafft endgültig Verwirrung. In: FAZ vom 28.01.1998, S. 6

* Kurt Reumann: Die Sprache gehört nicht den Kultusministern. Warum der Germanist Eisenberg aus der Rechtschreibkommission austritt. In: FAZ vom 18.03.1998, S. 6

* Kurt Reumann: Böses Theater. In: FAZ vom 23.03.1998, S. 16

* Kurt Reumann: Die F.A.Z. kehrt zur alten Rechtschreibung zurück. Schluß damit: Die Reform stiftet nur Verwirrung. In: FAZ vom 27. Juli 2000. Wiederabdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland: Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung, 2000, S. 16-18 -
http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Cricetus/SOzuC1/SOVsRSR/ArchivSO/FAZ_7_00.htm
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=393#393

* Kurt Reumann: Schüler als Geiseln. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Juli 2000. Wiederabdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland: Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung. Frankfurt am Main, 1. Auflage Oktober 2000, S. 82 - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=1431#1431

* Kurt Reumann: Eifrige Monopolbrecher und der schwankende Boden der Rechtschreibreform. Die Vorsitzende des Bundeselternrats hat einen Brief geschrieben. In: FAZ Nr. 190 vom 17. August 2000, S. 6

* Kurt Reumann: Die Vergangenheit von „kuss“ und „keiser“. Die heimliche Rechtschreibreform der Völkischen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.10.2000, S. 9 (Rezension über Hanno Birken-Bertsch, Reinhard Markner: Rechtschreibreform und Nationalsozialismus. Göttingen: Wallstein-Verlag, 2000 - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=793#793
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=4148#4148 )

* Kurt Reumann: Buch und Barrikade. Aus dem Organisator der Studentenrevolte KD Wolff ist ein Gralshüter des Dichterworts geworden. In: FAZ vom 29. Januar 2001, S. 8

* Kurt Reumann: Rechtschreibung ist Not - Theodor Icklers Kampf gegen die Kultusminister. In: Forschung & Lehre 8/2005 - http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=327

Netzverweise

* Kurt Reumann - http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Reumann

* Frankfurter Allgemeine Zeitung - http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Allgemeine_Zeitung

* Frankfurter Appell - http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Appell
http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?t=557

* Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland (Hrsg.): Die Reform als Diktat. Zur Auseinandersetzung über die deutsche Rechtschreibung, 2000 - http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?p=3085#3085
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