Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e.V.
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Teil 1: Laut-Buchstaben-Zuordnungen

Anmerkung: Gelegentlich verwendete Lautschrift- und andere Sonderzeichen werden in dieser HTML-Version nicht korrekt wiedergegeben.

Kurzer Kommentar: Das Reformregelwerk enthält in diesem Teil recht breite Ausführungen über Ausnahmen von den gewöhnlichen Laut-Buchstaben-Zuordnungen, sogar bezüglich dem an sich uferlosen Fremdwörterbereich, aber auch betreffs der ä/e-Frage, die allerdings auf Regelwerkebene für den Anwender noch keine schlüssige Auskunft bieten. Denn für die festen oder teils auch varianten Zuordnungen wird kein festes, durchgängiges Prinzip formuliert. Das ist speziell deswegen problematisch, weil hier von den Reformern vereinzelt Schreibweisen gegenüber dem bisherigen Gebrauch verändert wurden, der Anwender also generell nicht von gewohnten Schreibungen ausgehen darf. Sehr anschaulich tritt dieser Mangel im Wortlaut der §§ 14 und 15 hervor. Die "wenigen Wörter" aus dem Regeltext sind anscheinend doch nicht so wenige, daß sie gleich alle genannt werden - welche mag es außerdem noch geben? Es gilt also nach wie vor, daß in solchen Fällen Gewißheit nur ein Nachschlagen im Wörterbuch geben kann. Aus diesem Grund vermeidet es Ickler, für Bereiche, in denen Unregelmäßigkeiten vorliegen, Scheinregeln anzubieten, die nur auf (u. U. nicht näher erörterte) Einzelfälle anwendbar wären.


reformierte Rechtschreibung (amtliche Fassung) herkömmliche Rechtschreibung (formuliert von Th. Ickler)
A Laut-Buchstaben-Zuordnungen

0 Vorbemerkungen

(1) Die Schreibung des Deutschen beruht auf einer Buchstabenschrift. Jeder Buchstabe existiert als Kleinbuchstabe und als Großbuchstabe (Ausnahme ß):

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z ä ö ü ß
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä Ö Ü

Die Umlautbuchstaben ä, ö, ü werden im Folgenden mit den Buchstaben a, o, u zusammen eingeordnet; ß nach ss. Zum Ersatz von ß durch ss oder SS siehe § 25 E2 und E3.
In Fremdwörtern und fremdsprachigen Eigennamen kommen außerdem Buchstaben mit zusätzlichen Zeichen sowie Ligaturen vor (zum Beispiel ç, é, â, œ).

(2) Für die Schreibung des Deutschen gilt:
(2.1) Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet. Die folgende Darstellung bezieht sich auf die Standardaussprache, die allerdings regionale Varianten aufweist.
(2.2) Die Schreibung der Wortstämme, Präfixe, Suffixe und Endungen bleibt bei der Flexion der Wörter, in Zusammensetzungen und Ableitungen weitgehend konstant (zum Beispiel Kind, die Kinder, des Kindes, Kindbett, Kinderbuch, Kindesalter, kindisch, kindlich; Differenz, Differenzial, differenzieren; aber säen, Saat; nähen, Nadel). Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen.
Dabei ist zu beachten, dass Wortstämme sich verändern können, so vor allem durch Umlaut (zum Beispiel Hand - Hände, Not - nötig, Kunst - Künstler, rauben - Räuber), durch Ablaut (zum Beispiel schwimmen - er schwamm - geschwommen) oder durch e/i-Wechsel (zum Beispiel geben - du gibst - er gibt).
In manchen Fällen werden durch verschiedene Laut-Buchstaben-Zuordnungen gleich lautende Wörter unterschieden (zum Beispiel malen Ø mahlen, leeren Ø lehren).

(3) Der folgenden Darstellung liegt die deutsche Standardsprache zugrunde.
Besonderheiten sind bei Fremdwörtern und Eigennamen zu beachten.
(3.1) Fremdwörter unterliegen oft fremdsprachigen Schreibgewohnheiten (zum Beispiel Chaiselongue, Sympathie, Lady). Ihre Schreibung kann jedoch - und Ähnliches gilt für die Aussprache - je nach Häufigkeit und Art der Verwendung integriert, das heißt dem Deutschen angeglichen werden (zum Beispiel Scharnier aus französisch charnière, Streik aus englisch strike). Manche Fremdwörter werden sowohl in einer integrierten als auch in einer fremdsprachigen Schreibung verwendet (zum Beispiel Fotograf/Photograph).
Nicht integriert sind üblicherweise
a) zitierte fremdsprachige Wörter und Wortgruppen (zum Beispiel: Die Engländer nennen dies “one way mind”);
b) Wörter in international gebräuchlicher oder festgelegter - vor allem fachsprachlicher - Schreibung (zum Beispiel City; medizinisch Phlegmone).
Für die nicht oder nur teilweise integrierten Fremdwörter lassen sich wegen der Vielgestaltigkeit fremdsprachiger Schreibgewohnheiten keine handhabbaren Regeln aufstellen. In Zweifelsfällen siehe das Wörterverzeichnis.
(3.2) Für Eigennamen (Vornamen, Familiennamen, geografische Eigennamen und dergleichen) gelten im Allgemeinen amtliche Schreibungen. Diese entsprechen nicht immer den folgenden Regeln.
Eigennamen aus Sprachen mit nicht lateinischem Alphabet können unterschiedliche Schreibungen haben, die auf die Verwendung verschiedener Umschriftsysteme zurückgehen (zum Beispiel Schanghai, Shanghai).
(4) Beim Aufbau der folgenden Darstellung sind zunächst Vokale (siehe Abschnitt 1) und Konsonanten (siehe Abschnitt 2) zu unterscheiden.
Unterschieden sind des Weiteren in beiden Gruppen grundlegende Zuordnungen (siehe Abschnitt 1.1 und 2.1), besondere Zuordnungen (siehe Abschnitte 1.2 bis 1.7 und 2.2 bis 2.7) sowie spezielle Zuordnungen in Fremdwörtern (siehe Abschnitt 1.8 und 2.8).
Laute werden im Folgenden durch die phonetische Umschrift wiedergegeben (zum Beispiel das lange a durch [a:]). Sind die Buchstaben gemeint, so ist dies durch kursiven Druck gekennzeichnet (zum Beispiel der Buchstabe h oder H).

1 Vokale

1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen


§ 1 Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.
Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden Abschnitten behandelt.

(1) Kurze einfache Vokale Laute Buchstaben Beispiele


[a]
a
ab, Alter, warm, Bilanz
[E], [e]
e
enorm, Endung, helfen, fett, penetrant, Prozent
[«]
e
Atem, Ballade, gering, nobel
[I], [i]
i
immer, Iltis, List, indiskret, Pilot
[], [o]
o
ob, Ort, folgen, Konzern, Logis, Obelisk, Organ
[¿], [O]
ö
öfter, Öffnung, wölben, Ökonomie
[U], [u]
u
unten, Ulme, bunt, Museum
[Y], [y]
ü
Küste, wünschen, Püree

(2) Lange einfache Vokale Laute Buchstaben Beispiele


[a:]
a
artig, Abend, Basis
[e:]
e
edel, Efeu, Weg, Planet
[E:]
ä
äsen, Ära, Sekretär
[i:]
ie
(in einheimischen Wörtern:) Liebe, Dieb

i
(in Fremdwörtern:) Diva, Iris, Krise, Ventil
[o:]
o
oben, Ofen, vor, Chor
[O:]
ö
öde, Öfen, schön
[u:]
u
Ufer, Bluse, Muse, Natur
[y:]
ü
üben, Übel, fügen, Menü, Molekül

(3) Diphthonge Laute Buchstaben Beispiele


[aI]
ei
eigen, Eile, beiseite, Kaleidoskop
[aU]
au
auf, Auge, Haus, Audienz
[Y]
eu
euch, Eule, Zeuge, Euphorie


1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale

Folgen auf einen betonten Vokal innerhalb des Wortstammes - bei Fremdwörtern betrifft dies auch den betonten Wortausgang - zwei verschiedene Konsonanten, so ist der Vokal in der Regel kurz; folgt kein Konsonant, so ist der Vokal in der Regel lang; folgt nur ein Konsonant, so ist der Vokal kurz oder lang. Deshalb beschränkt sich die besondere grafische Kennzeichnung des kurzen Vokals auf den Fall, dass nur ein einzelner Konsonant folgt.


§ 2 Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchstabens.
Das betrifft Wörter wie:
Ebbe; Paddel; schlaff, Affe; Egge; generell, Kontrolle; schlimm, immer; denn, wann, gönnen; Galopp, üppig; starr, knurren; Hass, dass (Konjunktion), bisschen, wessen, Prämisse; statt Stadt), Hütte, Manschette


§ 3 Für k und z gilt eine besondere Regelung:
(1) Statt kk schreibt man ck.
(2) Statt zz schreibt man tz.
Das betrifft Wörter wie:
Acker, locken, Reck; Katze, Matratze, Schutz

Ausnahmen: Fremdwörter wie Mokka, Sakko; Pizza, Razzia, Skizze

E zu § 2 und § 3: Die Verdopplung des Buchstabens für den einzelnen Konsonanten bleibt üblicherweise in Wörtern, die sich aufeinander beziehen lassen, auch dann erhalten, wenn sich die Betonung ändert, zum Beispiel:
Galopp - galoppieren, Horror - horrend, Kontrolle - kontrollieren, Nummer - nummerieren, spinnen - Spinnerei, Stuck - Stuckatur, Stuckateur


§ 4 In acht Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten nicht, obwohl dieser einem betonten kurzen Vokal folgt.
Dies betrifft

(1) eine Reihe einsilbiger Wörter (besonders aus dem Englischen), zum Beispiel:
Bus, Chip, fit, Gag, Grog, Jet, Job, Kap, Klub, Mob, Pop, Slip, top, Twen

E1: Ableitungen schreibt man entsprechend § 2 mit doppeltem Konsonantenbuchstaben:
jobben - du jobbst - er jobbt; jetten, poppig, Slipper; außerdem: die Busse (zu Bus)

(2) die fremdsprachigen Suffixe -ik und -it, die mit kurzem, aber auch mit langem Vokal gesprochen werden können, zum Beispiel:
Kritik, Politik; Kredit, Profit

(3) einige Wörter mit unklarem Wortaufbau oder mit Bestandteilen, die nicht selbständig vorkommen, zum Beispiel:
Brombeere, Damwild, Himbeere, Imbiss, Imker (aber Imme), Sperling, Walnuss; aber Bollwerk

(4) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel:
Ananas, April, City, Hotel, Kamera, Kapitel, Limit, Mini, Relief, Roboter

(5) Wörter mit den nicht mehr produktiven Suffixen -d, -st und -t, zum Beispiel:
Brand (trotz brennen), Spindel (trotz spinnen); Geschwulst (trotz schwellen), Gespinst (trotz spinnen), Gunst (trotz gönnen); beschäftigen, Geschäft (trotz schaffen), (ins)gesamt, sämtlich (trotz zusammen)

(6) eine Reihe einsilbiger Wörter mit grammatischer Funktion, zum Beispiel:
ab, an, dran, bis, das (Artikel, Pronomen), des (aber dessen), in, drin (aber innen, drinnen), man, mit, ob, plus, um, was, wes (aber wessen)

E2: Aber entsprechend § 2:
dann, denn, wann, wenn; dass (Konjunktion)

(7) die folgenden Verbformen:
ich bin, er hat; aber nach der Grundregel (§ 2): er hatte, sie tritt, nimm!

(8) die folgenden Ausnahmen:
Drittel, Mittag, dennoch


§ 5 In vier Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten, obwohl der vorausgehende kurze Vokal nicht betont ist.
Dies betrifft

(1) das scharfe (stimmlose) s in Fremdwörtern, zum Beispiel:
Fassade, Karussell, Kassette, passieren, Rezession

(2) die Suffixe -in und -nis sowie die Wortausgänge -as, -is, -os und -us, wenn in erweiterten Formen dem Konsonanten ein Vokal folgt, zum Beispiel:
-in:
Ärztin - Ärztinnen, Königin - Königinnen
-nis:
Beschwernis - Beschwernisse, Kenntnis - Kenntnisse
-as:
Ananas - Ananasse, Ukas - Ukasse
-is:
Iltis - Iltisse, Kürbis - Kürbisse
-os:
Albatros - Albatrosse, Rhinozeros - Rhinozerosse
-us:
Diskus - Diskusse, Globus - Globusse

(3) eine Reihe von Fremdwörtern, zum Beispiel:
Allee, Batterie, Billion, Buffet, Effekt, frappant, Grammatik, Kannibale, Karriere, kompromittieren, Konkurrenz, Konstellation, Lotterie, Porzellan, raffiniert, Renommee, skurril, Stanniol

E: In Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Präfixen wie ad-, dis-, in-, kon-/con-, ob-, sub- und syn- ist deren auslautender Konsonant in manchen Fällen an den Konsonanten des folgenden Wortes angeglichen, zum Beispiel: Affekt, akkurat, Attraktion (vgl. aber Advokat, addieren); ebenso: Differenz, Illusion, korrekt, Opposition, suggerieren, Symmetrie

(4) wenige Wörter mit tz (siehe § 3(2)), zum Beispiel:
Kiebitz, Stieglitz


1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale

Folgt im Wortstamm auf einen betonten Vokal kein Konsonant, ist er lang. Die regelmäßige Kennzeichnung mit h hat auch die Aufgabe, die Silbenfuge zu markieren, zum Beispiel |he; vgl. § 6. Folgt nur ein Konsonant, so kann der Vokal kurz oder lang sein. Die Länge wird jedoch nur bei einheimischen Wörtern mit [i:] regelmäßig durch ie bezeichnet; vgl. § 1. Ansonsten erfolgt die Kennzeichnung nur ausnahmsweise:
a) in manchen Wörtern vor l, m, n, r mit h; vgl. § 8;
b) mit Doppelvokal aa, ee, oo; vgl. § 9;
c) mit ih, ieh; vgl. § 12.

Zum ß (statt s) nach langem Vokal und Diphthong siehe § 25.


§ 6 Wenn einem betonten einfachen langen Vokal ein unbetonter kurzer Vokal unmittelbar folgt oder in erweiterten Formen eines Wortes folgen kann, so steht nach dem Buchstaben für den langen Vokal stets der Buchstabe h.
Dies betrifft Wörter wie:

ah: nahen, bejahen (aber ja)

eh: Darlehen, drehen
oh: drohen, Floh (wegen Flöhe)
uh: Kuh (wegen Kühe), Ruhe, Schuhe
äh: fähig, Krähe, zäh (Ausnahme säen)
öh: Höhe (Ausnahme Bö, trotz Böe, Böen)
üh: früh (wegen früher)

Zu ieh siehe § 12(2).
Zu See u. a. siehe § 9.


§ 7 Das h steht ausnahmsweise auch nach dem Diphthong [aI].
Das betrifft Wörter wie:
gedeihen, Geweih, leihen Laien), Reihe, Reiher, seihen, verzeihen, weihen, Weiher; aber sonst: Blei, drei, schreien


§ 8 Wenn einem betonten langen Vokal einer der Konsonanten [l], [m], [n] oder [r] folgt, so wird in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl der Wörter nach dem Buchstaben für den Vokal ein h eingefügt.
Dies betrifft
(1) Wörter, in denen auf [l], [m], [n] oder [r] kein weiterer Konsonant folgt, zum Beispiel:
ah: Dahlie, lahm, ahnen, Bahre
eh: Befehl, benehmen, ablehnen, begehren
oh: hohl, Sohn, bohren
uh: Pfuhl, Ruhm, Huhn, Uhr
äh: ähneln, Ähre
öh: Höhle, stöhnen, Möhre
üh: fühlen, Bühne, führen
Zu ih siehe § 12(1).

(2) die folgenden Einzelfälle: ahnden, fahnden

E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Mahl Ø Mal, mahlen Ø malen, Sohle Ø Sole; dehnen Ø denen; Bahre Ø Bar, wahr Ø er war, lehren Ø leeren, mehr Ø Meer, Mohr Ø Moor, Uhr Ø Ur, währen Ø sie wären

E2 zu § 6 bis 8: Das h bleibt auch bei Flexion, Stammveränderung und in Ableitungen erhalten, zum Beispiel: befehlen - befiehl - er befahl - befohlen, drehen - gedreht - Draht, empfehlen - empfiehl - er empfahl - empfohlen, gedeihen - es gedieh - gediehen, fliehen - er floh - geflohen, leihen - er lieh - geliehen, mähen - Mahd, nähen - Naht, nehmen - er nahm, sehen - er sieht - er sah - gesehen, stehlen - er stiehlt - er stahl - gestohlen, verzeihen - er verzieh - verziehen, weihen - geweiht - Weihnachten

Ausnahmen, zum Beispiel: Blüte, Blume (trotz blühen), Glut (trotz glühen), Nadel (trotz nähen)

E3: In Fremdwörtern steht bis auf wenige Ausnahmen wie Allah, Schah
kein h.


§ 9 Die Länge von [a:], [e:] und [o:] kennzeichnet man in einer kleinen Gruppe von Wörtern durch die Verdopplung aa, ee bzw. oo.
Dies betrifft Wörter wie:
aa:
Aal, Aas, Haar, paar, Paar, Saal, Saat, Staat, Waage
ee:
Beere, Beet, Fee, Klee, scheel, Schnee, See, Speer, Tee, Teer; außerdem eine Reihe von Fremdwörtern mit ee im Wortaus- gang wie: Armee, Idee, Kaffee, Klischee, Tournee, Varietee
oo:
Boot, Moor, Moos, Zoo

Zu die Feen, Seen siehe § 19.

E1: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Waage Ø Wagen; Heer Ø her, hehr; leeren Ø lehren; Meer Ø mehr; Reede Ø Rede; Seele, seelisch Ø selig; Moor Ø Mohr

E2: Bei Umlaut schreibt man nur ä bzw. ö, zum Beispiel: Härchen - aber Haar; Pärchen - aber Paar; Säle - aber Saal; Bötchen - aber Boot


§ 10 Wenige einheimische Wörter und eingebürgerte Entlehnungen mit dem langen Vokal [i:] schreibt man ausnahmsweise mit i.
Dies betrifft Wörter wie:
dir, mir, wir; gib, du gibst, er gibt (aber ergiebig); Bibel, Biber, Brise, Fibel, Igel, Liter, Nische, Primel, Tiger, Wisent

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Lid Ø Lied; Mine Ø Miene; Stil Ø Stiel; wider Ø wieder


§ 11 Für langes [i:] schreibt man ie in den fremdsprachigen Suffixen und Wortausgängen -ie, -ier und -ieren.
Dies betrifft Wörter wie:
Batterie, Lotterie; Manier, Scharnier; marschieren, probieren

Ausnahmen, zum Beispiel: Geysir, Saphir, Souvenir, Vampir, Wesir


§ 12 In Einzelfällen kennzeichnet man die Länge des Vokals [i:] zusätzlich mit dem Buchstaben h und schreibt ih oder ieh.
Im Einzelnen gilt:
(1) ih steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 8):
ihm, ihn, ihnen; ihr (Personal- und Possessivpronomen), außerdem Ihle
(2) ieh steht nur in den folgenden Wörtern (vgl. § 6):
fliehen, Vieh, wiehern, ziehen

Zu ieh in Flexionsformen wie befiehl (zu befehlen) siehe § 8 E2.


1.4 Umlautschreibung bei [E]


§ 13 Für kurzes [E] schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt.
Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie:
Bänder, Bändel (wegen Band); Hälse (wegen Hals); Kälte, kälter (wegen kalt); überschwänglich (wegen Überschwang)

E1: Man schreibt e oder ä in Schenke/Schänke (wegen ausschenken/Ausschank), aufwendig/aufwändig (wegen aufwenden/Aufwand).

E2: Für langes [e:] und langes [E:], die in der Aussprache oft nicht unterschieden werden, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt, zum Beispiel: quälen (wegen Qual). Wörter wie sägen, ÄhreEhre), Bär sind Ausnahmen.


§ 14 In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise ä.
Dies betrifft Wörter wie:
ätzen, dämmern, Geländer, Lärm, März, Schärpe

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie: Äsche Ø Esche; Färse Ø Ferse; Lärche Ø Lerche


§ 15 In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise e.


Das betrifft Wörter wie:
Eltern (trotz alt); schwenken (trotz schwanken)


1.5 Umlautschreibung bei [Y]


§ 16 Für den Diphthong [Y] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.
Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie:
Häuser (wegen Haus), er läuft (wegen laufen), Mäuse, Mäuschen (wegen Maus); Gebäude (wegen Bau), Geräusch (wegen rauschen), sich schnäuzen (wegen Schnauze), verbläuen (wegen blau)


§ 17 In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise äu.
Das betrifft Wörter wie:
Knäuel, Räude, sich räuspern, Säule, sich sträuben, täuschen


1.6 Ausnahmen beim Diphthong [aI]


§ 18 In wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [aI] ausnahmsweise ai.
Das betrifft Wörter wie:
Hai, Kaiser, Mai

E: Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie: Bai Ø bei; Laib Ø Leib; Laich Ø Leiche; Laie, Laien Ø leihen; Saite Ø Seite; Waise Ø Weise, weisen


1.7 Besonderheiten beim e


§ 19 Folgen auf -ee oder -ie die Flexionsendungen oder Ableitungssuffixe -e, -en, -er, -es, -ell, so lässt man ein e weg.
Das betrifft Wörter wie:
die Feen; die Ideen; die Mondseer, des Sees; die Knie, knien; die Fantasien; sie schrien, geschrien; ideell; industriell


1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern


§ 20 Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf. In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.
Dabei ist zu beachten, dass Kürze und Länge der Vokale von der Betonung abhängen. Vokale, die in betonten Silben lang sind, werden in unbetonten Silben kurz gesprochen, zum Beispiel Analyse mit langem Vokal [y:] - analysieren mit kurzem Vokal [y].
(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen
Laute Buchstaben Beispiele

[a], [a:]
u at
Butler, Cup, Make-up, Slum Eklat, Etat
[E], [E:]
a ai
Action, Camping, Fan, Gag Airbus, Chaiselongue, fair, Flair, Saison
[e], [e:]
é er et ai
Abbé, Attaché, Lamé Atelier, Bankier, Premier Budget, Couplet, Filet Cocktail, Container
[i], [i:]
y ea ee
Baby, City, Lady, sexy Beat, Dealer, Hearing, Jeans, Team Evergreen, Spleen, Teenager
[o], [o:]
au eau ot
Chaussee, Chauvinismus Niveau, Plateau, Tableau Depot, Trikot
[O:]
eu
adieu, Milieu; häufig in den Suffixen -eur, -euse: Ingenieur, Souffleuse
Laute [U], [u], [u:]
Buchstaben oo ou
Beispiele Boom, Swimmingpool Journalist, Rouge, Route, souverän
[Y],[y], [y:]
y
Analyse, Hymne, Physik, System, Typ; auch in den Präfixen dys- (Ø dis-), hyper-, hypo-, syl-, sym-, syn-: dysfunktional, hyperkorrekt, Hypozentrum, Syllogismus, Symbiose, synchron
[ âA], [ âA:]
an ant en ent
Branche, Chance, Orange, Renaissance, Revanche Avantgarde, Pendant, Restaurant engagiert, Ensemble, Entree, Pendant, Rendezvous Abonnement, Engagement
[ âE], [ âE:]
ain eint in
Refrain, Souterrain, Terrain Teint Bulletin, Dessin, Mannequin
[ â], [ â:]
on
Annonce, Chanson, Pardon
[ â¿], [ â¿:]
um
Parfum
[aU]
ou ow
Couch, Countdown, Foul, Sound Clown, Countdown, Cowboy, Power(play)
[aI]
i igh y
Lifetime, Pipeline Copyright, high, Starfighter Nylon, Recycling
[Y]
oy
Boy, Boykott
[oa]
oi
Memoiren, Repertoire, Reservoir, Toilette


(2) Doppelschreibungen

Im Prozess der Integration entlehnter Wörter können fremdsprachige und integrierte Schreibung nebeneinander stehen. (Zu Haupt- und Nebenform siehe das Wörterverzeichnis.)

Laute
Buchstaben
Beispiele
[E], [E:]
ai - ä
Drainage - Dränage, Mayonnaise - Majonäse, Mohair - Mohär, Polonaise - Polonäse
[e], [e:]
é - ee
Bouclé - Buklee, Doublé - Dublee, Exposé - Exposee Café - Kaffee (mit Bedeutungsdifferenzierung), Kommuniqué - Kommunikee, Varieté - Varietee
[o], [o:]
au - o
Sauce - Soße
[U], [u], [u:]
ou - u
Bravour - Bravur, Bouquet - Buket(t), Doublé - Dublee, Coupon - Kupon, Nougat - Nugat



§ 21 Fremdwörter aus dem Englischen, die auf -y enden und im Englischen den Plural -ies haben, erhalten im Plural ein -s.
Das betrifft Wörter wie:
Baby - Babys, Lady - Ladys, Party - Partys

E: Bei Zitatwörtern gilt die englische Schreibung, zum Beispiel:
Grand Old Ladies.


2 Konsonanten

2.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen


§ 22 Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.
Besondere Zuordnungen werden in den sich anschließenden Abschnitten behandelt.

(1) Einfache Konsonanten

Laute Buchstaben Beispiele
[b]
b
backen, Baum, Obolus, Parabel
[ç], [x]
ch
ich, Bücher, lynchen; ach, Rauch
[d]
d
danken, Druck, leiden, Mansarde
[f]
f
fertig, Falke, Hafen, Fusion
[g]
g
gehen, Gas, sägen, Organ, Eleganz
[h]
h
hinterher, Haus, Hektik, Ahorn, vehement
[j]
j
ja, Jagd, Boje, Objekt
[k]
k
Kiste, Haken, Flanke, Majuskel, Konkurs
[l]
l
laufen, Laut, Schale, lamentieren
[m]
m
machen, Mund, Lampe, Maximum
[n]
n
nur, Nagel, Ton, Natur, nuklear
[N]
ng
Gang, Länge, singen, Zange
[p]
p
packen, Paste, Raupe, Problem
[r], [{], [Ò]
r
rauben, Rampe, hören, Zitrone
[s]
s
skurril, Skandal, Hast, hopsen
[z]
s
sagen, Seife, lesen, Laser
[S]
sch
scharf, Schaufel, rauschen
[t]
t
tragen, Tür, fort, Optimum
[v]
w
wann, Wagen, Möwe

(2) Konsonantenverbindungen (innerhalb des Stammes)


Laute
Buchstaben
Beispiele
[kv]
qu
quälen, Quelle, liquid, Qualität
[ks]
x
xylographisch, Xenophobie, boxen, toxisch
[ts]
z
zart, Zaum, tanzen, speziell, Zenit


2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang -ig


§ 23 Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonanten [b], [d], [g], [v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.

E1: Bei vielen Wörtern kann die Schreibung aus der Aussprache erweiterter Formen oder verwandter Wörter abgeleitet werden, in denen der betreffende Konsonant am Silbenanfang steht, zum Beispiel:

Konsonant am Silbenende usw.
Konsonant am Silbenanfang
Lob, löblich, du lobst
Lobes, belobigen (aber Isotop - Isotope)
trüb, trübselig, eingetrübt
trübe, eintrüben (aber Typ - Typen)
Rad, Radumfang
Rades, rädern (aber Rat - Rates)
absurd
absurde, Absurdität (aber Gurt - Gurte)
Sieg, siegreich, er siegt
siegen (aber Musik - musikalisch)
Trug, er betrog, Betrug
betrügen (aber Spuk - spuken)
gläubig
gläubige (aber Plastik - Plastiken)
Möwchen
Möwe (aber Öfchen - Ofen)
naiv, Naivling, Naivheit
Naive, Naivität (aber er rief - rufen)
Preis, preislich, preiswert
Preise (aber Fleiß - fleißig)
Haus, häuslich, behaust
Häuser (aber Strauß - Sträuße)

E 2: Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist es nicht oder nur schwer möglich, eine solche Erweiterung durchzuführen oder eine Beziehung zu verwandten Wörtern herzustellen. Man schreibt sie trotzdem mit b, d, g bzw. s, zum Beispiel: ab, Eisbein (Eis - Eises), flugs (Flug), Herbst, hübsch, jeglich, Jugend, Kies (Kiesel), Lebkuchen, morgendlich, ob, Obst, Plebs (Plebejer), preisgeben, Rebhuhn, redlich (Rede), Reis (Reisig), Reis (= Korn; Reise fachsprachlich = Reissorten; aber Grieß), ihr seidseit), sie sind, und, Vogt, weg (Weges), weissagen (weise)



§ 24 Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.
Das betrifft Wörter wie:
ewig, Ewigkeit (wegen ewige), gläubig (wegen gläubige); aber unglaublich (wegen unglaubliche); heilig, Käfig, ruhig

E: In einigen Sprachlandschaften wird -ig mit [k] gesprochen; dann gilt § 23.


2.3 Besonderheiten bei [s]


§ 25 Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.
Das betrifft Wörter wie:
Maß, Straße, Grieß, Spieß, groß, grüßen; außen, außer, draußen, Strauß, beißen, Fleiß, heißen
Ausnahme: aus
Zur Schreibung von [s] in Wörtern mit Auslautverhärtung wie Haus, graziös, Maus, Preis siehe § 23.

E1: In manchen Wortstämmen wechselt bei Flexion und in Ableitungen die Länge und Kürze des Vokals vor [s]; entsprechend wechselt die Schreibung ß mit ss. Beispiele:
fließen - er floss - Fluss - das Floß
genießen - er genoss - Genuss
wissen - er weiß - er wusste

E2: Steht der Buchstabe ß nicht zur Verfügung, so schreibt man ss. In der Schweiz kann man immer ss schreiben. Beispiel: Straße - Strasse

E3: Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS, zum Beispiel:
Straße - STRASSE


§ 26 Folgt auf das s, ss, ß, x oder z eines Verb- oder Adjektivstammes die Endung -st der 2. Person Singular bzw. die Endung -st(e) des Superlativs, so lässt man das s der Endung weg.
Das betrifft Wörter wie:
du reist (zu reisen), du hasst (zu hassen), du reißt (zu reißen), du mixt (zu mixen), du sitzt (zu sitzen); (groß - größer -) größte


2.4 Besonderheiten bei [S]


§ 27 Für den Laut [S] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt man s statt sch.
Das betrifft Wörter wie:
spielen, verspotten; starren, Stelle, Stunde


2.5 Besonderheiten bei [N]


§ 28 Für den Laut [N] vor [k] oder [g] im Wortstamm schreibt man n statt ng.
Das betrifft Wörter wie:
Bank, dünken, Enkel, Schranke, trinken; Mangan, Singular


2.6 Besonderheiten bei [f] und [v]


§ 29 Für den Laut [f] schreibt man v statt f in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger weiterer Wörter.
Das betrifft Wörter wie:
Vater, Veilchen, Vettel, Vetter, Vieh, viel, vielleicht, vier, Vlies, Vogel, Vogt, Volk, voll (aber füllen), von, vor, vordere, vorn
Dazu kommen Frevel, Nerv (Nerven).


§ 30 Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürgerten Entlehnungen v statt w.
Das betrifft Wörter wie:
privat, Revolution, Universität, Virus, zivil, Malve, Vase; Suffix bzw. Endung -iv, -ive: Aktivität, die Detektive, Motivation; Initiative, Perspektive

E: Bei einigen Wörtern schwankt die Aussprache von v zwischen [v] und [f] wie bei Initiative, Larve, Pulver, evangelisch, Vers, Vesper, November, brave.


2.7 Besonderheiten bei [ks]


§ 31 Für die Lautverbindung [ks] schreibt man in einigen Wortstämmen ausnahmsweise chs bzw. ks statt x.
Das betrifft Wörter wie:
Achse, Achsel, Büchse, Dachs, drechseln, Echse, Flachs, Fuchs, Lachs, Luchs, Ochse, sechs, Wachs, wachsen, Wechsel, Weichsel(kirsche), wichsen
Keks, schlaksig

E: Die bei Flexion und in Ableitungen entstehende Lautverbindung [ks] wird je nach dem zugrunde liegenden Wort gs, ks oder cks geschrieben, zum Beispiel: du hegst (wegen hegen), du hinkst (wegen hinken), Streiks (wegen Streik), Häcksel (wegen hacken)


2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern


§ 32 Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf.
In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.

(1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen

(1.1) Einfache Konsonanten
Laute Buchstaben Beispiele
[f]
ph
Atmosphäre, Metapher, Philosophie, Physik
[k]
c ch qu
Clown, Container, Crew Chaos, Charakter, Chlor, christlich Mannequin, Queue
[r]
rh rt
Rhapsodie, Rhesusfaktor Dessert, Kuvert, Ressort
[s]
c, ce
Annonce, Chance, City, Renaissance, Service
[S]
ch sh
Champignon, Chance, charmant, Chef Geisha, Sheriff, Shop, Shorts
[Z]
g j
Genie, Ingenieur, Loge, Passagier, Regime; auch im Suffix -age: Blamage, Garage Jalousie, Jargon, jonglieren, Journalist
[t]
th
Ethos, Mathematik, Theater, These
[v]
v
Virus, zivil (vgl. § 30)

(1.2) Konsonantenverbindungen
Laute Buchstaben Beispiele
[dZ]
g j
Gentleman, Gin, Manager, Teenager Jazz, Jeans, Jeep, Job, Pyjama
[lj] / [j]
ll
Billard, Bouillon, brillant, Guerilla, Medaille, Pavillon, Taille
[nj]
gn
Champagner, Kampagne, Lasagne
[ts]
c t (vor [i] + Vokal)
Aceton, Celsius, Cellophan sehr häufig im Suffix -tion; außerdem häufig in Fällen wie -tie, -tiell, -tiös: Funktion, Nation, Produktion; Aktie, partiell, infektiös
Laute [tS]
Buchstaben c ch ge, dge
Beispiele Cello, Cembalo Chip, Coach, Ranch College, Bridge

(2) Doppelschreibungen
Im Prozess der Integration entlehnter Wörter können fremdsprachige und integrierte Schreibung nebeneinander stehen. (Zu Haupt- und Nebenformen siehe das Wörterverzeichnis.)

Laute
Buchstaben
Beispiele
[f]
ph - f
-photo- - -foto-, zum Beispiel Photographie - Fotografie -graph- - -graf-, zum Beispiel Graphik - Grafik -phon- - -fon-, zum Beispiel Mikrophon - Mikrofon Delphin - Delfin, phantastisch - fantastisch
[g]
gh - g
Ghetto - Getto, Joghurt - Jogurt, Spaghetti - Spagetti
[j]
y - j
Yacht - Jacht, Yoga - Joga, Mayonnaise - Majonäse
[k]
c - k qu - k
Calcit - Kalzit, Caritas - Karitas, Code - Kode, codieren - kodieren, circa - zirka Bouquet - Buket(t), Kommuniqué - Kommunikee
[r]
rh - r
Katarrh - Katarr, Myrrhe - Myrre
[s]
c - ss, ß
Facette - Fassette, Necessaire - Nessessär, Sauce - Soße
[S]
ch - sch
Anchovis - Anschovis, Chicorée - Schikoree, Sketch - Sketsch
[t]
th - t
Kathode - Katode, Panther - Panter, Thunfisch - Tunfisch
[ts]
c - z t - z (vor [i] + Vokal)
Acetat - Azetat, Calcit - Kalzit, Penicillin - Penizillin, circa - zirka pretiös - preziös, Pretiosen - Preziosen; potentiell - potenziell (wegen Potenz), substantiell - substanziell (wegen Substanz)
1. Die Buchstaben und ihre Verbindungen: einige Besonderheiten


§ 1 Die Buchstaben

Das Deutsche wird mit den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets geschrieben; hinzu kommen die Umlautbuchstaben ä, ö, ü und das Zeichen ß. Bis auf ß gibt es alle Buchstaben als Klein- und als Großbuchstaben. Aus technischen Gründen können die Zeichen ä, ö und ü durch ae, oe und ue ersetzt werden; statt ß kann ss stehen (vgl §4, Anm.). In Wörtern aus anderen Sprachen kommen Sonderzeichen vor.


§ 2 Buchstaben und Laute

(1) Grundsätzlich werden die Wörter der gesprochenen Sprache zum Zwecke der Verschriftung in so viele Abschnitte – sogenannte „Laute“ – zerlegt, daß sie durch ebenso viele Buchstaben wiedergegeben, d. h. voneinander unterschieden werden können.

(2) Für einige Laute stehen keine besonderen Einzelbuchstaben zur Verfügung. Die Schrift behilft sich hier mit Buchstabenverbindungen: ch steht für den ach/ich-Laut [x]/[ç], sch steht für [‘], ng für [4]. Die Ligatur ß (= ss) wird in bestimmten Positionen zur Bezeichnung des stimmlosen [s] mitverwendet (s. § 4): reißen.

(3) Die Einzelbuchstaben x und z stehen für die Konsonantenverbindungen [ks] bzw. [ts]. Die Buchstabenverbindung qu gibt die Konsonantenverbindung [kv] wieder, chs steht manchmal für [ks]. In Fremdwörtern gelten besondere Zuordnungen.

(4) Vor p und t wird der Anlaut [‘] durch s statt sch wiedergegeben: Spiel, Spreu, Stein, Stroh.

(5) Die Länge und Kürze der Vokale wird nicht am Vokalbuchstaben selbst erkennbar, sondern – wenn überhaupt – an seiner Umgebung, nämlich Dehnungsbuchstaben für die Länge, Verdoppelung des nachfolgenden Konsonantenbuchstabens für die Kürze. Im allgemeinen werden Konsonanten doppelt geschrieben, wenn sie zu zwei Silben gleichzeitig gehören („Silbengelenk“); dann ist der vorhergehende Vokal kurz. ch, ng und sch werden nicht verdoppelt.


§ 3 Stammschreibung

Die Wiedergabe der Laute wird ferner durch die sogenannte Stammschreibung durchkreuzt. Sie besteht darin, zusammengehörige Wörter und Wortformen ungeachtet systematischer Lautabwandlungen möglichst ähnlich zu schreiben. So wird die Auslautverhärtung im Schriftbild ignoriert: Rad (gesprochen [ra:t]) wegen Rades, Räder usw. Die weitverbreitete spirantische Aussprache des Wortausgangs -ig [iç] wird in der Schrift nicht wiedergegeben: König, fertig. Zur Stammschreibung gehört auch die Umlautschreibung: kälter wegen kalt, Häuser wegen Haus. Die Verdoppelung von Konsonantenbuchstaben als Zeichen für Silbengelenke bleibt in anderen Formen erhalten, auch wenn kein Silbengelenk mehr vorliegt: stammt wegen stammen. Bei vielen Wörtern tritt die Verdoppelung erst in Formen mit größerer Silbenzahl auf: Erlebnisse (aber Erlebnis), Ärztinnen (aber Ärztin); Asse (As), Busse (Bus) u. a.


§ 4 Das Zeichen ß

Das Zeichen ß wird erstens als Einzelbuchstabe zur Wiedergabe des stimmlosen [s] nach langen Vokalen und Diphthongen verwendet, wenn noch ein Vokal folgt; infolge der Stammschreibung auch vor dem t eines Suffixes und am Silbenende: Straße, außen; grüßen, grüßt, Gruß; heißen, heißt.

Zweitens wird ß als typographische Variante von ss verwendet, und zwar am Silbenende und vor konsonantisch anlautenden Suffixen: haßt, gehaßt, häßlich, Haß, haßerfüllt (zu hassen). Zur Unterscheidung von das schreibt man auch die Konjunktion daß mit ß.

Anm.: Bei durchgehender Verwendung von Großbuchstaben unterbleibt die Ersetzung von SS durch ß: SCHLOSSSTRASSE; in Personennamen kann es um der Eindeutigkeit willen erhalten bleiben: JOHANN WEIß. Zur Worttrennung vgl. §28.


§ 5 Das Zeichen ck

Das Zeichen ck steht für kk und wird bei der Worttrennung entsprechend aufgelöst: Zuk-ker. Nur in einigen Fremdwörtern schreibt man kk: Sakko.


§ 6 Das stumme h

Der Buchstabe h wird ohne eigenen Lautwert nicht nur als Dehnungszeichen, sondern auch zur Kennzeichnung der Silbengrenze mitverwendet: stehen, Kühe. Wegen der Stammschreibung bleibt es auch in anderen Positionen erhalten: steht, Kuh usw.


§ 7 Einsparung von Buchstaben

(1) Die Verdoppelung und Verdreifachung von Buchstaben, die sich bei Beugung, Ableitung und Zusammensetzung regelhaft ergibt, wird in einigen Fällen vermieden. Man schreibt du reist (zu reisen), Hoheit, Schlüsselein. Drei gleiche Konsonantenbuchstaben, die sich bei Zusammensetzungen ergeben würden, werden auf zwei reduziert, wenn kein weiterer Konsonant folgt: Schiffahrt, aber Sauerstoffflasche. (Zur Worttrennung s. § 28.) Drei gleiche Vokalbuchstaben werden entweder vereinfacht (Seen) oder durch einen Bindestrich entzerrt: See-Elefant, vgl. § 13 (7). In Fällen wie Knie[e], spie[e]st und geschrie[e]n kann man vereinfachen oder die gewünschte Silbenzahl durch unverkürzte Schreibung kenntlich machen.

(2) Umlautbuchstaben werden nicht verdoppelt: Saal – Säle, Boot – Bötchen.

Letzte Änderung am 8. Sept 2003